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@hvvhamburg bringt Sturmopfer zum Lachen

In Krisenfällen haben sich soziale Medien als Anlaufstelle für aktuelle Informationen etabliert. Beim Hochwasser organisierten Helfer online ihre Einsätze, beim Anschlag auf den Boston-Marathon nutzten die Behörden Twitter, um Informationen zu sammeln. Am stürmischen Montag suchten viele Nutzer auf Twitter Informationen zum völlig überlasteten Nahverkehr. Dort wurden sie vom vermeintlichen Twitteraccount der Hamburger Hochbahn mit reichlich Galgenhumor versorgt.

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Wenn die Nerven blank liegen, dann ist Humor das beste Heilmittel. Das dürfte sich zumindest die Person gedacht haben, die den Twitteraccount @hvvhamburg startete und bis Dienstagmorgen ihre Follower mit allerlei sarkastischen Kommentaren versorgte.

Viele Nutzer gingen fälschlicherweise davon aus, dass es sich um den echten Twitteraccount der Hamburger Hochbahn handelt. Doch auf Fragen wie “Wie sieht es mit der #S1 Richtung Westen aus?” gab es nur “Leider schlecht. Bleiben Sie ruhig und legen sich flach auf den Boden” als Antwort. Bleibt nur zu hoffen, dass die Opfer des Hamburger Verkehrskollaps derlei Ratschläge nicht ernstgenommen haben.

Immerhin schaffte es @hvvhamburg, so viel Aufmerksamkeit zu erregen, dass sogar Grünen-Politikerin Renate Künast in die Diskussion miteinstieg. Auf wenig Begeisterung stieß die Aktion bei der “echten” Hochbahn. Pressesprecherin Maja Weihgold bestätigte gegenüber der Hamburger Morgenpost: "Es gibt keinen offiziellen HVV-Account, das ist ein Fake." Unter @hochbahn informierte das Unternehmen Reisende über Ausfälle, Verspätungen und Ersatzverkehr.

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Allerdings schien das Social-Media-Team verständlicherweise überfordert. Sowohl die U- und S-Bahnen in der Hansestadt, als auch der Schienenverkehr in Schleswig-Holstein waren zeitweise eingestellt. Informationen kamen langsamer zu den Menschen durch. Die Schnelligkeit hingegen, mit der der Fake-Account seine Meldungen im Netz verbreitete und der Wunsch der Nutzer nach mehr Informationen über ein für sie unüberschaubares Chaos sorgte allerdings dafür, dass mehr Nutzer auf Twitter über und mit dem falschen HVV-Account kommunizierten als mit dem echten. Und das, obwohl @hvvhamburg durscheinen ließ, dass hier gar keine offizielle Stelle Informationen verbreitet: "Der HVV ist bestens gerüstet. Alles läuft ruhig, niemand muss warten. Zugausfälle? Da ist @hochbahn zuständig. Aber das dauert bei denen."
So viel Ehrlichkeit und Galgenhumor kam gut an bei den Nutzern, die den Feierabend im Schienenersatzverkehr oder beim Warten auf die nächste Bahn verbrachten. Damit generierte der Account innerhalb eines Tages rund 800 Follower und übergab am Dienstagmorgen an den offiziellen HVV-Account. Nicht, ohne sich zuvor noch zu verabschieden: “Ein großer Dank an die fleischigen Helfer bei der @hochbahn”

Wer hinter dem falschen HVV-Account steckt, ist unbekannt. Allerdings, so scheint es, haben die Offiziellen etwas dazugelernt: Humor. So entschuldigt sich der Hamburger Verkehrsverbund zwar weiterhin bei seinen Followern für die Ausfälle, erklärt aber via Twitter auf die Frage, ob alle Bahnen wieder fahren: "Ja, fahren wieder normal. Bis auf vereinzelte Signalstörungen! Frische Luft tut gut! ;)" Na, dann kann der nächste Sturm ja kommen!

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