Apple-Bilanz: Wende nach Handelsschluss?

Es ist wieder so weit: Heute nach Handelsschluss legt Apple die Bilanz für sein abgelaufenes viertes und letztes Quartal im Geschäftsjahr 2013 vor. Dass es das vierte rückläufige Ergebnis in Folge sein wird, gilt bereits als ausgemacht – und von der Börse abgehakt. Das ganze Augenmerk richtet sich unterdessen auf das, was am Ende der Bilanz steht – der Ausblick auf das Weihnachtsquartal. Apple muss unbedingt eine Trendwende andeuten, wenn sich der zarte Börsenaufschwung fortsetzen soll.

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Es ist wieder so weit: Heute nach Handelsschluss legt Apple die Bilanz für sein abgelaufenes viertes und letztes Quartal im Geschäftsjahr 2013 vor. Dass es das vierte rückläufige Ergebnis in Folge sein wird, gilt bereits als ausgemacht – und von der Börse abgehakt. Das ganze Augenmerk richtet sich unterdessen auf das, was am Ende der Bilanz steht – der Ausblick auf das Weihnachtsquartal. Apple muss unbedingt eine Trendwende andeuten, wenn sich der zarte Börsenaufschwung fortsetzen soll.

Spät, ungewöhnlich spät, schickt sich der wiedererstarkte Champion aller Klassen an, Farbe zu bekennen. Erst am 28. eines Monats legt Apple Quartalszahlen vor: so spät wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr – die iPad-Keynote in der vergangenen Woche war schuld. Nachdem Google und Amazon nach Vorlage ihrer Zahlenwerke ein Kursfeuerwerk abgebrannt haben, rückt nun Apple in den Fokus der Investoren.

Traditionell ist es die wichtigste Bilanz der Technologiebranche, Apple gab Jahr für Jahr seismografisch den Takt vor – doch seit einem Jahr ist alles anders. Der iPhone-Konzern schwächelt bedenklich und scheint seltsam deutlich aus dem Takt geraten – erst im Weihnachtsquartal, das haarscharf auf Vorjahresniveau, dann mit zweistelligen Gewinneinbrüchen in den Folgequartalen lag.

Erneuter Gewinnrückgang erwartet

Ein weiterer Ergebnisrückgang im abgelaufenen Dreimonatszeitraum wird heute nach Handelsschluss fest erwartet: 8,67 Dollar je Aktie verdiente der inzwischen wieder unangefochten wertvollste Konzern der Welt im Vorjahresquartal – 7,92 Dollar sollen es nach Analysteneinschätzung nun nur noch zwischen Juli und September dieses Jahr gewesen sein. Dabei rechnen die befragten Marktauguren trotzdem mit einem Umsatzanstieg auf knapp 37 Milliarden Dollar.

Damit ist Apples Dilemma im Geschäftsjahr 2013 beschrieben: Obwohl der Kultkonzern aus Cupertino mehr erlöst, verdient er weniger – die drastische Margenerosion ist schuld. Neu ist die Misere nicht, deswegen scheint die Börse die rückläufige Entwicklung längst abgehakt zu haben.    

Apple-Bilanz: Nur der Ausblick aufs Weihnachtsgeschäft zählt

Die Apple-Aktie steigt indes beständig. Seit den Notierungen von Ende Juni bei 385 Dollar hat sie mehr als 35 Prozent zugelegt. Treiber der Rallye ist unzweifelhaft die Hoffnung auf eine Trendwende im nun angebrochenen neuen Geschäftsjahr. Die ersten Indikatoren sind durchaus hoffnungsvoll: Die Verkäufe der neuen iPhones 5c und 5s am Startwochenende lagen deutlich über den Erwartungen.        

Ärgerlich nur für Apple: Die verbuchten 9 Millionen Einheiten, die das September-Quartal stützen, fehlen gleichermaßen im Dezember-Quartal – und nur auf das werden Anleger heute nach Handelsschluss blicken. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Apple seine Prognose-Praxis maßgeblich geändert hat.

Finanzchef Peter Oppenheimer schockte Investoren im Januar mit dem Hinweis, ab sofort einen realistischen Ausblick geben zu wollen, nachdem in der Steve Jobs-Ära bei den eigenen Schätzungen immer reichlich Luft nach oben gelassen wurde. Seit Januar gilt nunmehr: What you see is what you get – Apples Ausblick entspricht zu einem ganz maßgeblichen Teil bereits den später vorgelegten Ergebnissen; der Überraschungseffekt ist dahin.

Unterbieten des Vorjahresquartals verboten

Damit könnte die Spannung tatsächlich größer nicht sein: Apple nimmt die Geschäftsentwicklung des wichtigsten Quartals des Jahres damit bereits nach Handelsschluss vorweg. 13,81 Dollar je Aktie verdiente Apple zwischen Oktober und Dezember vergangenen Jahres – mit einem Konzernergebnis zumindest auf diesem Niveau rechnen die Analysten im laufenden Quartal, das dann die Ertragswende im neuen Geschäftsjahr einläuten soll – mit anziehenden Ergebnissen in 2014.

Nun gibt der iKonzern nicht mehr direkt die Gewinnschätzungen für ein Quartal bekannt, sondern formuliert nur noch einen Ausblick auf die Umsatzentwicklung und mutmaßliche Gewinnspanne. Vor einem Jahr setzte Apple 54,5 Milliarden Dollar bei einer Gewinnmarge von 38,6 Prozent um. Während Analysten eine weitere Erosion auf 38 Prozent erwarten, wird ein knapper Erlösanstieg um rund eine Milliarde Dollar auf 55,65 Milliarden prognostiziert.

Auf diesen beiden Kennziffern kommt es bei Vorlage der neuen Bilanz heute Abend ganz maßgeblich an. Sollte Apple eine Geschäftsentwicklung unter dem Vorjahresniveau andeuten, droht Ungemach.  Die Spannung könnte nach Handelsschluss an der Wall Street wieder einmal größer nicht sein.

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