IVW: die wahren Gewinner und Verlierer

Die meisten Publikumszeitschriften landeten auch im dritten Quartal wieder unter den Verkaufszahlen des Vorjahres. Doch trotz Print-Krise gibt es auch diesmal wieder eine beachtliche Zahl von Gewinnern. MEEDIA hat die harten Auflagenbestandteile aus Abos und Einzelverkauf zu Rate gezogen und präsentiert die größten Auf- und Absteiger der Auflagenstatistik. Bauers Closer ist dabei mit einem Zuwachs von mehr als 60.000 Exemplaren der größte Aufsteiger, der Billig-Titel Freizeit Express der größte Absteiger.

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In die Wertung unserer Analyse haben wir die Publikumszeitschriften aufgenommen, die auch am Kiosk erhältlich sind und dort nicht nur eine Handvoll Exemplare absetzen. Im dritten Quartal entsprachen 552 von der IVW gemeldete Titel diesen Kriterien, darunter 23 Neulinge oder andere Magazine, für die vor einem Jahr keine Zahlen vorlagen. Von den restlichen 529 Zeitschriften konnten 139 zulegen, die restlichen 390 lagen unter den Zahlen des Vorjahres. Diese Trends beziehen sich wie oben erwähnt einzig auf die beiden harten Auflagenkategorien Abos und Einzelverkauf.

Größter Gewinner unter den 139 Aufsteigern war Bauers People-Magazin Closer. Weitere 61.923 neue Käufer erreichte es im dritten Quartal – ein starkes Plus von 37,2%. Auf den weiteren Plätzen folgen die Programmie-Kombi TV piccolino plus +, die sich aus den Titeln TV piccolino, TV Genie und my TV zusammen setzt. Da my TV vor einem Jahr noch nicht dabei war, kann der Zuwachs auch mit dieser Tatsache zusammen hängen. Einzelzahlen der drei Titel liegen leider nicht vor. Auf Platz 3 folgt mein schönes Land. Burdas Landmagazin wuchs um 33.192 Abonnenten und Kiosk-Käufer und damit diesmal sogar stärker als die Landlust, die mit einem Plus von 20.229 aber auch wieder zu den größten Gewinnern gehört und mit 1.006.978 Exemplaren erneut die Mio.-Marke knacken konnte.

Weit vorn dabei ist auch das Magazin happinez, das Ski-Magazin, das die an Mitglieder von Verbänden verschickten Exemplare deutlich steigerte und das Kindermagazin Bella Sara. Klare Trends lassen sich in der Top 20 der Aufsteiger nicht wirklich erkennen. Garten- und Landmagazine finden sich drei in der Liste, die Branche der Kinderzeitschriften schaffte es viermal in das Ranking, hier findet aber ohnehin stets eine große Fluktuation statt, da Kindermarken auf- und wieder absteigen.

Bei den Absteigern des Quartals sind schon eher Trends zu erkennen. So ging es auffällig vielen Billig-Titeln mit dem Namen Freizeit im Titel an den Kragen, zudem büßte die Programmzeitschriftenbranche deutlich Käufer ein. Größter Verlierer ist dabei der Freizeit Express mit einem Minus von 86.771 Exemplaren, bzw. 41,4%, auch der Freizeit Monat, Freizeit pur, der Freizeit Blitz, Freizeit Vergnügen und das höherpreisige Original Freizeit Revue finden sich unter den 20 Titeln mit den größten Auflagenverlusten.

Der Markt der Programmzeitschriften schrumpfte unterdessen innerhalb eines Jahres um satte 629.922 Abonnenten und Kiosk-Käufer. Ein Grund dafür könnten auch die boomenden Smartphone- und Tablet-Apps wie die von TV Spielfilm sein, die im September beispielsweise mehr als 35 Mio. Visits erzielte. Auf Papier ist TV Spielfilm hingegen der größte Verlierer unter den Programmzeitschriften – mit einem Minus von 75.322 Verkäufen gegenüber dem Vorjahresquartal. Ebenfalls deutlich nach unten ging es für Hörzu, Auf einen Blick und TV Movie.

Neben den Programmies finden sich in der Top 20 fünf weitere wichtige Wochentitel. So büßte die Bravo weitere 77.431 Käufer ein und liegt mit 216.843 nur noch knapp über der 200.000er-Marke, die Auto Bild verlor 46.371 Abonnenten und Kiosk-Käufer und auch das Magazin-Trio Spiegel, stern und Focus litt am Kiosk und bei den Abos so sehr, dass es den schmerzhaften Sprung in die Flop 20 schaffte:

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