Herres soll „Brennpunkt“ verhindert haben

ARD-Programmdirektor Volker Herres soll mit seinem Veto verhindert haben, dass am Donnerstag nach der "Tagesschau" ein "Brennpunkt" zum möglichen Ausspähen des Handys von Bundeskanzlerin Angela Merkel durch US-Geheimdienste ausgestrahlt wird. Das berichtet der Medienjournalist Stefan Niggemeier in seinem Blog. Alle ARD-Chefredakteur und ARD-Gesamt-Chefredakteur Thomas Baumann hätten zuvor in einer Schaltkonferenz einem "Brennpunkt" zugestimmt.

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Normalerweise ist die ARD nicht als zimperlich bekannt, wenn es darum geht "Brennpunkt"-Sondersendungen im Anschluss an die 20-Uhr-"Tagesschau" ins Programm zu nehmen. Schon des öfteren waren auch Wetter-Eskapaden Anlass für solche Sondersendungen. Dass US-Geheimdienste möglicherweise das Mobiltelefon der deutschen Bundeskanzlerin ausspähten, ist dem öffentlich-rechtlichen Kanal nun aber keine erweitere Berichterstattung wert.
Wobei das nicht ganz stimmt. Wie Stefan Niggemeier in seinem Blog schreibt, hatten sich ausnahmslos alle ARD-Chefredakteure für einen "Brennpunkt" zur Handy-Affäre um die Kanzlerin ausgesprochen. Allerdings legte dann ausgerechnet der fürs ARD-Gemeinschaftsprogramm zuständige Programmdirektor Volker Herres sein Veto ein. Und ohne Herres‘ Segen gibt es keinen "Brennpunkt". Niggemeier mutmaßt, Herres hab sich womöglich um die Quoten der nachfolgenden Unterhaltungsshow "Die Deutschen Meister" mit Kai Pflaume gesorgt.
Genau weiß man das nicht, denn Herres und die ARD schweigen bisher zum Thema. Bei Twitter gab es diverse Anfragen, u.a. von der Zeit, an den Twitter-Account der ARD-Pressestelle. Die erklärte sich kurzerhand für nicht zuständig: "Wir sind nicht die Pressestelle von @DasErste. #nurso" Beim Twitter-Account @DasErste wurden Anfragen zumindest zunächst ignoriert. Stattdessen der Programmhinweis: "Kai #Pflaume ermittelt in neuen verrückten Disziplinen wieder "Die Deutschen Meister 2013" – um 20:15 im Ersten #DDM"
Und diese Show konnte dann ja auch gottlob pünktlich beginnen. 

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