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Suhrkamp: Gläubiger billigen Insolvenzplan

Die Umwandlung von Suhrkamp aus einer Kommanditgesellschaft in eine AG ist am Dienstag einen guten Schritt vorangekommen. Die Gläubiger haben den vorgelegten Insolvenzplan von Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz gebilligt. Damit wäre eine Insolvenz abgemeldet, allerdings würden die Rechte von Minderheitsgesellschafter Hans Barlach enorm beschnitten. Er ließ den Antrag bei der Gläuberversammlung in Berlin durch seine Anwälte ablehnen.

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In allen drei Gläubigergruppen habe es eine klare Mehrheit für das Konzept gegeben, teilte der Sachwalter Rolf Rattunde der Nachrichtenagentur dpa am Nachmittag in Berlin mit. Allerdings ist die Entscheidung noch nicht rechtskräftig. Barlach kann also noch in die Berufung gehen und damit den Prozess verlangsamen. Der Minderheitengesellschaft war im Gegensatz zu Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz nicht vor Ort, sondern ließ lediglich den Insolvenzplan durch seine Anwälte ablehnen.
Geplant ist, den Verlag von einer Kommandit- in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Über die Familienstiftung hält Unseld-Berkéwicz 61 Prozent am Verlag. In der neuen Gesellschaft würde Barlach viele Sonderrechte verlieren. Zudem hätte seine Medienholding mit steuerlichen Nachteilen zu kämpfen.
Vor Kurzem hatte die Geschäftsführung des Verlages ein Schutzschirmverfahren eingeleitet, durch das kein Geld mehr an die Gesellschafter fließt. Die Suhrkamp-Chefin Unseld-Berkéwicz und Barlach streiten seit Jahren um die Verlagsspitze.  Der Zwist zwischen dem Gesellschafter und dem Verlagsclan hatte Suhrkamp zuletzt enorm geschwächt.
Nun muss das Gericht nach der Gläubigerversammlung noch dem Insolvenzplan zustimmen. Dieser Prozess kann noch einige Wochen in Anspruch nehmen.

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