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Oliver Stolle wird neuer Neon/Nido-Chef

Die bisherigen Chefredakteure von Neon und Nido werden den Umzug von München nach Hamburg nicht mitmachen. Vera Schroeder, 36 und Patrick Bauer, 29, haben sich dazu entschlossen, in München zu bleiben. Neuer Chefredakteur von Neon und Nido wird zum Jahreswechsel Oliver Stolle, der seit 2003 bei den Magazinen ist und zuletzt als Berater der Chefredaktion arbeitete. In der Redaktion brodelt es, wegen dem Umzugsbefehl nach Hamburg. Und auch anderen Themen.

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Ein Artikel in der FAZ vom heutigen Dienstag beschrieb, dass angeblich nahezu die komplette Redaktion von Neon und Nido den Umzug nach Hamburg nicht mitmachen will. Den Betroffenen sei darum von G+J eine um zwei Monate verlängerte Entscheidungsfrist eingeräumt worden. Zumindest was die Chefs der beiden Magazine angeht, herrscht nun Klarheit. Verena Schroeder und Patrick Bauer werden nicht mit nach Hamburg ziehen. In der Redaktion löste die Nachricht Betroffenheit aus. Beide waren außerordentlich beliebt, gelten als Garanten für den speziellen Neon/Nido-Spirit.

Auch der Nachfolger Oliver Stolle, 39, kommt aus dem Haus. Er war Textchef und arbeitete zuletzt als eine Art Stellvertreter des Chef-Duos. Neon-Herausgeber Andreas Petzold sagt: "Um die einzigartige und komplexe DNA der Marken Neon und Nido im Redaktionsalltag umzusetzen und weiter zu entwickeln, bemühen wir uns traditionell, die Führungskräfte im eigenen Haus zu entdecken und zu fördern. Deshalb finde ich es großartig, dass Oliver Stolle als neuer Chefredakteur diese Herausforderung übernimmt. Er ist erfahren, ideenreich – ein kompetenter Journalist, dem die Redaktionen vertrauen.” Aus den geschraubten Worten ist herauszulesen, dass die Sache mit dem Umzug keine einfache ist, und dass man erleichtert ist, wenigstens Stolle zum umziehen nach Hamburg zu bewegen.

Laut Verlagsgeschäftsführer Frank Stahmer soll er den “besonderen Neon/Nido Sprit” in den Norden bringen. Wie viele ihm dabei folgen ist noch unklar. Offenbar sind nicht wenige aus der Redaktion gewillt, dem Vorbild ihrer Chefredakteure zu folgen und in München zu bleiben. Der Umzugsbefehl zur Zentrale wird allgemein als Bevormundung und unkluger Schritt gesehen. Nicht nur der Umzug erzürnt die Neon/Nido-Redaktion. Auch der jüngste Relaunch des Schwester-Blatts Eltern hin zu mehr Lifestyle wurde nicht direkt begeistert aufgenommen. Eltern hat am Konzept gefeilt, will sich stärker auf Väter konzentrieren, humorvoller werden. Alles Elemente, die an den erfolgreichen Neon-Spross Nido erinnern. Innerhalb der Neon/Nido-Redaktion wurde das neue Konzept von Eltern teilweise als Kampfansage verstanden.

Die Auflage von Neon stand in jüngerer Zeit dem Branchentrend folgend auch unter Druck. Für das dritte Quartal meldeten die Noch-Münchner einen Gesamt-Verkauf von 216.881 Exemplaren. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies ein Minus von 7,09 Prozent.

Die Neon/Nido-Redaktion ist eine eingeschworene Truppe. Das mit dem besonderen Spirit stimmt in diesem Fall wohl tatsächlich. Aber ein solcher Geist ist eine flüchtige Sache. Verdammt schwer zu erschaffen. Und wenn man ihn von einem Ort zum anderen schiebt, verfliegt er meistens.

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