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Facebooks Rat an Medien: mehr posten!

Facebook ist ein prima Traffic-Treiber auch für Nachrichtenwebsites. Das ist bekannt. Das Experiment mit Social Readern ging zwar schief, doch nun will das Social Network journalistischen Portalen mit einfachen Tipps und einem neuen Feature unter die Arme greifen. Und siehe da: Der sogenannte "referral traffic", den Facebook auf die Medienseiten leitet, steigt. In Deutschland nahmen Stern.de und Sueddeutsche.de an einem Programm teil – laut Facebook legte ihr Traffic via Facebook um 500 bzw. 300 Prozent zu.

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In einem Blog Post rechnet Justin Osofsky, zuständig für Medienpartnerschaften, vor: Innerhalb eines Jahres sei der Empfehlungs-Traffic via Facebook auf die Seiten von Medien um durchschnittlich 170 Prozent gestiegen. Mit 29 Medienmarken weltweit habe das Netzwerk in den vergangenen Monaten enger zusammen gearbeitet. Demnach verzeichnet das amerikanische Time Magazine einen Zuwachs der Klicks via Facebook von 208 Prozent, der britische Independent legte um 360 Prozent zu. Und die ohnehin schon Social Media-versierte Seite Buzzfeed, deren Rezepte gerade alle Medienunternehmen genau studieren? Legte laut Facebook um 850 Prozent zu.
Nun sind alle diese Zahlen relativ zur bisherigen Basis zu sehen. Und natürlich war es nach dem sanften Entschlafen des Experiments Social Reader, das eine "tiefe Integration" von Facebook und den jeweiligen Medienpartnern wie u.a. Guardian und Stern vorsah, nötig, wieder etwas mehr Vertrauen zu den Inhalteproduzenten aufzubauen. Der neue Ansatz ist in etwa das Gegenteil von tiefer Integration. Jetzt lautet die Botschaft sinngemäß: Es ist sehr einfach, den Traffic via Facebook zu steigern. 
Heiko Hebig, Partnership Manager von Facebook, zählt die wichtigsten Rezepte gegenüber MEEDIA auf: Zunächst könnten News- und Medienwebseiten einfach die Anzahl ihrer Posts am Tag steigern. Galt es früher als Regel, nicht zu inflationär zu posten, gilt heute das Gegenteil. Denn: Nutzer sehen ohnehin in der Regel nie alle Postings, sondern nur die für sie vom Algorithmus ausgesuchten Inhalte (außer, ein Nutzer verwendet eine andere Einstellung).  
Hebig: "Insbesondere qualitativ hochwertige Inhalte, die journalistische Grundregeln beachten und die Optimierung von Bildgrößen bewirken eine deutliche Steigerung des Referral-Trafics – auch mobil." Es seien also keine technischen Tricks, die mehr Facebook-Verweise erzeugten, sondern vor allem "handwerkliche Dinge", sagt Hebig. Das klingt relativ banal, wirkt aber zumindest laut Facebook und den Medienpartnern. Das Signal an die für Facebook nicht ganz unwichtigen Medienpartner – eine Timeline braucht mehr, als nur Statusmeldungen von Freunden, siehe Twitter: Denkt einfacher, denkt journalistischer. Eine schöne Botschaft, die natürlich auch auf das zwiespältige Image des Networks bei Medien einzahlen soll. Und die Facebook mindestens so hilft wie den Medienpartnern.
Ein sehr interessantes neues Feature hat der Internet-Konzern ebenfalls entwickelt: "Stories to Share". Das kleine Tool zeigt den Redaktionen Beiträge an, die auf der Website zu finden sind, die aber noch nicht bei Facebook gepostet wurden und die gut laufen könnten, d.h.: die einigen Traffic via Facebook auf die Website spülen könnten. Jetzt muss der Social Media Redakteur nur noch entscheiden, ob er sich durch "Stories to Share" bevormundet oder unterstützt fühlt.   

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