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Facebook: Lehrer sollen Schüler entfreunden

Die deutsche Regelungswut macht auch nicht vor der Frage halt, mit wem manche Beamte bei Facebook befreundet sein dürfen und mit wem nicht. So hat das Bildungsministerium von Rheinland-Pfalz jetzt erklärt, dass man seinen Lehrern offiziell jeden virtuellen Kontakt mit Schülern verbietet. Neben Freundschaften ist zudem nun auch das Nutzen des Social Networks als Lernplattform untersagt. In vielen Bundesländern, Bayern oder BaWü gelten bereits ähnliche Regelungen.

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Der Datenschutzbeauftragte von Rheinland-Pfalz, Edgar Wagner, ist der Meinung, dass die Trennung auch deshalb nötig sei, weil der Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule mit dem Geschäftsmodell von Facebook nicht zu vereinbaren sei. Wagner scheint davon überzeugt zu sein, dass die Auswertung der persönlichen Daten für kommerzielle Zwecke eine der wichtigsten Interessen der US-Company ist.

Die Mainzer sind allerdings nicht die ersten, die die Facebook-Aktivitäten ihrer Lehrer per Anordnung beschränken. Das gilt bereits für Baden-Württemberg und Bayern. Sachsen arbeitet – laut Zeit Online – noch an einer eigenen Regelung.

NRW dagegen verlangt von seinen Paukern eine "Trennung von dienstlicher und privater Kommunikation" und das Wahren einer "pädagogischen Distanz zu den Schülern".

Alle diese Verordnungen und Regeln kommen möglicherweise schon zu spät. Denn immer mehr Indikatoren legen die Vermutung nahe, dass sich vor allem Jugendliche, also Schüler, von Facebook abwenden. Das Social Network gilt als nicht mehr cool genug. Wenn selbst die Länderregierungen Regelungen für die Beamten-Nutzung des Netzwerkes aufstellen, könnten die Schüler nicht ganz verkehrt mit ihrer Einschätzung liegen.

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