Zeit greift Hamburger Abendblatt an

Wie der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, plant die Wochenzeitung Die Zeit für nächstes Jahr einen eigenständigen Lokalteil für Hamburg. Das Zeitungsbuch soll acht Seiten umfassen und im März 2014 starten. Der Hamburger Lokalteil wäre ein direkter Angriff auf den lokalen Platzhirschen Hamburger Abendblatt. Das Abendblatt wurde von der Axel Springer AG an die Funke Mediengruppe verkauft. Beim Abendblatt sorgt der Verkauf an die als Sparbrötchen gefürchtete Funke-Gruppe für reichlich Unruhe.

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Derzeit prüft das Kartellamt den Deal, das Risiko liegt aber bei Funke. Will heißen: Selbst wenn das Kartellamt den Verkauf des Abendblatts von Springer an Funke untersagen würde, müsste sich die Funke-Gruppe um einen neuen Käufer kümmern. Die Prüfung der Wettbewerbshüter dauert noch bis mindestens Anfang 2014.
In diesen Zeit der Unsicherheiten und des Umbruchs fürs Abendblatt wirkt die Ankündigung der Zeit, im März 2014 einen eigenen Lokalteil für die Hansestadt zu starten wie eine Kampfansage. Der Zeit Verlag investiert in das Projekt eine siebenstellige Summe. Für den neuen Hamburg-Teil der Zeit werden sechs Redakteursstellen geschaffen. Derzeit hat die Zeit rund 33.000 Abonnenten in der Hansestadt. Laut Spiegel soll der erfolgreiche Österreich-Teil der Zeit Vorbild für die Lokal-Offensive sein. Mit dem eigenständigen Österreich-Teil hat die Zeit ihre Auflage in der Alpenrepublik von 10.000 auf rund 20.000 verdoppelt.
Dass die Zeit eine Wochenzeitung ist und das Abendblatt eine Tageszeitung, ist für den Konkurrenzgedanken unerheblich. Im Gegenteil: Eine gedruckte Wochenzeitung entspricht dem veränderten Medienkonsum vielleicht sogar besser, als eine täglich gedruckte Zeitung. 

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