Titanic-Chef: “Gute Witze verkaufen Abos”

Der neue Titanic-Chefredakteur Tim Wolff hat dem Kölner Stadt-Anzeiger sein erstes Interview. Darin verrät er neben den üblichen Scherzen auch einige Erkenntnisse und Ansichten zum Thema Online- und Print-Leserschaften sowie Abo-Werbung im Internet. Die Titanic-Website sei in erster Linie Werbung fürs Heft, sagt er: “Man verschenkt etwas in der Hoffnung, dass es die Leute auch kaufen. Und das funktioniert tatsächlich.” Wenn die Titanic online gute Witze machen würde, würden auch mehr Abonnements verkauft.

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Ebenfalls gut für die Auflage ist offenbar Kanzlerin Angela Merkel auf dem Titanic-Cover. Vier mal war die Kanzlerin bisher Titanic-Covergirl. Merkel-Titel würden sich gut verkaufen, sagt Tim Wolff im Kölner Stadt-Anzeiger. Die Kanzlerin sei der Titanic-Redaktion sehr sympathisch, weil ihr mittlerweile alles egal sei.

Gut laufen auf dem Titanic-Titel traditionell auch Hitler und die katholische Kirche. Zur Erinnerung: der zurückgetretene Papst Benedikt XVI. hatte die Satire-Zeitschrift verklagt, weil diese ihn mit einem gelben Fleck auf der Soutane gezeigt hatte. Wolff: “Das ist sehr sympathisch, dass er uns für diese Darstellung auf dem Cover verklagt hat. Das war eine riesige Werbekampagne.” Dass der Papst die einstweilige Verfügung letztlich zurückzog, sei auch nett gewesen, habe es dem Magazin doch die Prozesskosten gespart. Wolff resümiert: “Schade, dass er jetzt weg ist.”

Der Limburger Skandal-Bischof Tebartz van Elst würde sich nicht so gut als Zielscheibe eignen: “Über diesen Mann werden so viele Witze gemacht, dass man schon wieder Mitgefühl mit ihm haben muss. Nur weil er den Katholizismus ehrlicher lebt als andere, wird er jetzt von einem Armen-Papst abgestraft.”

Das Internet, so glaubt Wolff mache es Nutzern einfacher, sich zu äußern. Darum würden auch Satire-Seiten im Netz derzeit boomen: “Die Titanic ist das, was zu Schulzeiten der kleine Zettel mit dem schmutzigen Witz war, der durch die Bankreihen gereicht wurde. So etwas funktioniert auch im Internet gut.” Dabei sei das Online-Publikum aber simpler gestrickt: “Alles muss schneller und einfacher gehen. Witze leuchten schnell ein und sorgen für Abwechslung im Arbeitsalltag. Unsere Zugriffszahlen sind zwischen zehn und siebzehn Uhr deutlich höher als sonst.” Wenn dass der Chef wüsste …

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