Anzeige

ZDF: Jugendkanal ja, neo und info bleiben

Der ZDF-Fernsehrat hat am Freitag in Berlin über den Stand der Diskussion zur Zukunft der digitalen Kanäle beraten. Fest steht: Der gemeinsame Jugendkanal von ARD und ZDF wird kommen. Nachdem man seitens des ZDF den Kanal ZDFkultur allerdings schon aufgegeben hat, will Intendant Thomas Bellut an ZDFneo und –info festhalten. Das Gremium gibt Rückenwind. Wegen der fortschreitenden Fragmentisierung des TV-Marktes seien die Sender „essentiell für die ZDF-Programmfamilie“.

Anzeige

Die Angebote seien „zunehmend erfolgreich und erfüllten die Erwartung, verstärkt jüngere Zuschauer mit hochwertigen öffentlich-rechtlichen Angeboten zu erreichen“, so das ZDF. „ZDFino begeistert zunehmend jüngere Menschen für Dokumentationen und Information. Genau das war der Auftrag“, beteuert Bellut. Man konnte nun feststellen, dass sich Phoenix und ZDFinfo gegenseitig keine Zuschauer wegnehmen. Zusätzlich verweist der Intendant auf den steigenden Marktanteil von ZDFneo, der im September mit einem Marktanteil von 1,1 Prozent einen neuen Rekordwert erreicht hat.
Neo und info hätten dazu beigetragen, dass der Rückgang bei den 14- bis 49-Jährigen gestoppt und sogar umgekehrt werden konnte. „Die ZDF-Senderfamilie hatte im ersten Halbjahr 2013 wieder so viele jüngere Zuschauer wie zuletzt 1998.“
Jugendkanal kommt wohl 2015

Wohl deshalb will man beim ZDF nicht zugunsten eines gemeinsamen Jugendkanals mit der ARD auch noch die kleinen Digitalen verzichten, nachdem man ZDFkultur schon das Aus erklärt hat. Und trotzdem wird er kommen. Das ZDF werde sich allerdings nur zu einem Drittel am neuen Spartenkanal beteiligen (rund 15 Millionen Euro). Der Rest werde von der ARD finanziert, dessen Sendeanstalt SWR die Federführung übernehmen wird. Deshalb können oder wollen die ZDF-Verantwortlichen auch noch keine Angaben zum Sendestart machen. Bis 2015 wird man aber wohl noch in die Röhre schauen müssen. „2014 sehe ich den Jugendkanal nicht“, so Bellut.
In seiner Sitzung hat der Fernsehrat am Freitag ein von ARD und ZDF gemeinsam entwickeltes Konzept für ein multimediales Jugendangebot zur weiteren Beratung an die zuständigen Ausschüsse verwiesen. In der kommenden Woche sollen sich die Ministerpräsidenten der Bundesländer mit dem Thema befassen. Denn diese haben bei Neugründung eines öffentlich-rechtlichen Senders auch noch mitzureden.
„Onlinemarkt entwickelt sich rasant“
Ebenfalls Thema war die Entwicklung der Onlineangebote von ZDF sowie dem ARD- und ZDF-Gemeinschaftssender Phönix. Vergangenes Jahr hätten die Onlineangebote des ZDF bereits 5,09 Unique Users monatlich (+6 Prozent) registriert, so Bellut. Die tägliche Nutzungsdauer liege in diesem Jahr bereits bei 169 Minuten und damit 36 Minuten länger als noch 2012. Grund für den Erfolg waren erneut Angebote rund  um die Fußballeuropameisterschaft, aber auch Angebote zu den Olympischen Spielen im Juni und August 2012, für die sich 5,6 beziehungsweise 5,58 Millionen User interessierten.
Was den Gemeinschaftssender Phönix angeht, liege der Schwerpunkt noch auf einer „umfassenden Verschmelzung“ von Web und TV. Pro Jahr sollen künftig rund 40 ausgewählte gesellschafts-, wirtschafts- und medienpolitisch relevante Ereignisse, die es nicht ins TV-Programm schaffen, beispielsweise als Livestream im Netz übertragen werden. Zusätzlicher Plan: Mehr Interaktivität, beispielsweise durch Twitter-Livefeeds. Zusätzlich werde die Videotextuntertitelung für Hörgeschädigte weiter vorangetrieben, so Bellut.  

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige