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Sender schnüffeln Smart-TV-Nutzer aus

So ein Smart-TV ist eine feine Sache. Der Fernseher wird mit dem Internet verbunden, liefert aus dem Netz Programm-Informationen, Zugriff auf Mediatheken, Video on Demand- und Internetdienste wie Facebook, Twitter oder YouTube. Die schlauen Fernseher ermöglichen den TV-Sendern aber auch einen Blick in die Wohnzimmer der Zuschauer, wie die Computerbild jetzt enthüllt. Selbst wenn keine Internet-Dienste genutzt werden, können Smart TVs Sehgewohnheiten aufzeichnen.

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Basis der Schnüffelei ist der so genannte HbbTV-Dienst, der eine elektronische Programmvorschau bei Smart TVs ermöglicht. Selbst wenn Zuschauer keine Online-Dienste über den Fernseher nutzen, ruft ein Smart TV bei jedem Kanalwechsel eine so genannte Startapplikation auf. Dabei wird laut Computerbild die Kennung des Geräts übertragen und man kann den ungefähren Standort des Geräts über Netz ermitteln.

Viele TV-Sender würden die so gewonnenen Nutzerdaten mit Hilfe des weit verbreiteten Analyse-Tools Google Analytics auswerten lassen. Auf diese Weise können Sender beispielsweise ermitteln, wie viele Besucher eine bestimmte Sendung aus einer Mediathek abrufen. Anhand der IP-Adresse des Smart TV, also der fest zugewiesenen Adresse, die Internet-Geräte identifizierbar macht, während sie online sind, kann Google Analytics erkennen, woher Nutzer kommen und wie oft sie wiederkommen.

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Benutzt man auf seinem Smart TV gar Dienste wie YouTube oder Google+, die eine namentliche Anmeldung erfordern, lassen sich die gewonnenen Nutzungsdaten unter Umständen sogar mit konkreten Personen verknüpfen.

Wer nicht will, dass sein Fernseher mehr über einen verrät als einem lieb ist, der sollte den HbbTV-Dienst ausschalten, was bei den meisten Smart-TVs möglich ist. Dann lassen sich allerdings auch keine Internet-Extras der Sender mehr nutzen. Der Fernseher wird also ein bisschen weniger smart. Er schnüffelt den Zuschauern dann aber auch nicht mehr hinterher.

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