Jobateys vorschnelle HuffPost-Bilanz

Cherno Jobatey, der charismatische Editorial Director der deutschen Huffington Post, zieht nach einer Woche Bilanz und erzählt wie es dazu kam, dass er beim Start der HuffPost nicht aus einer Torte sprang. Eine Reise-Bloggerin zieht auch Bilanz und erzählt wie es dazu kam, dass sie ganz bestimmt nicht mehr für die HuffPost schreibt. Das Haus Burda verschickt Letter, die leistungschutzrechtlich höchst bedenklich scheinen. Und Boris Becker und Oliver Pocher sind sich wirklich für gar nichts zu schade.

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Die deutsche Huffington Post ist nun gut eine Woche alt und der Editorial Director Cherno Jobatey zieht schon mal Bilanz. Eigentlich hätte er bei der Pressekonferenz zum Start der deutschen HuffPost am Ende als Überraschung aus einer Torte springen sollen, verrät er. Dummerweise wurde die Story von seiner Berufung dann “geleaked” und so kam alles ganz anders. Seinen Auftritt auf den Münchner Medientagen fasst Jobatey folgendermaßen zusammen: “Bevor ich nach Berlin zurückflog, war da noch eine Konferenz, bei der ich die HuffPo vorstellen sollte. Freundliche Reserviertheit schockfrostete den Raum zunächst, aber man war bereit zunächst mal zuzuhören. Und dann gingen die Fragen los zum Aggregieren, zum Bloggen, zu Nachrichten allgemein. Einen graumelierten Gentleman habe ich mir gemerkt, der nochmal genau wissen wollte, was es mit den Infos auf sich habe, die er morgens im Deutschlandfunk gehört hätte.” Wenn er sich den “graumelierten Gentleman” gemerkt hat, warum nennt er ihn dann nicht beim Namen? Und wieso sagt er nicht, dass die Konferenz die Münchner Medientage waren?

Eine etwas andere Bilanz zur deutschen Huffington Post zieht eine Reise-Bloggerin, die im Web erzählt, warum sie garantiert nicht mehr für die Plattform schreiben will. Sie empfand die Präsentation ihres Beitrags bei der Huffington Post als “schlimmer, als eine von einem pickligen Teenager zusammengestückelte HTML-Seite.” Zudem beklagt sie sich über schleppende Rückmeldungen und die unklare Rechte-Situation.

Kommen wir kurz zu dem von Verlagen allseits so sehr geliebten Leistungsschutzrecht. Der HuffPost-Verlag Burda ist bekanntermaßen einer der großen Verfechter des unseligen Leistungsschutzrechts. Nun verschickt die Burda-Beteiligung Xing seit kurzem ungefragt so genannte Branchennewsletter. Es gibt auch einen Xing Branchennewsletter Medien, der schon mehrere Male mit MEEDIA-Geschichten aufgemacht wurde. Da steht dann die Original-Überschrift von unserer Seite und Xing greift den Anfang des Artikels als Snippet ab. An welchen anderen Online-Dienst erinnert das jetzt bloß? Richtig: an das angeblich böse, böse Google. Da kämpft ein Verlag wie Burda also vehement für ein Leistungsschutzrecht und praktiziert genau das, was bei Google so gerne angeprangert wird. Nicht dass Sie jetzt denken, ich würde das, was Xing da mit seinem Letter macht, verwerflich finden. Umgekehrt: Das Leistungsschutzrecht ist ganz einfach hirnrissig.

Der entwürdigende “Twitter-Zoff” zwischen dem abgehalfterten Tennisspieler Boris Becker und dem TV-Moderator Oliver Pocher findet nun also tatsächlich ein Nachspiel im TV. Am 25. Oktober sendet RTL eine Spezial-Ausgabe der Pocher-Show “Alle auf den Kleinen”: “Becker gegen Pocher – Der Showdown”. Auch Beckers Frau Lily ist sich nicht zu Schade, den Quatsch mitzumachen. Ob auch Alessandra Pocher mit von der Partie sein wird, ist noch unklar. Immerhin ist die Noch-Ehefrau von Oliver Pocher und Ex-Verlobte von Boris Becker der Grund gewesen, warum sich die beiden Herren auf Twitter so öffentlichkeitswirksam in die Haare kriegten. Und bisher trat sie in der Show als Sidekick auf. Naja. Beckers dürres Büchlein “Das Leben ist kein Spiel” landete oben in den Bestseller-Listen und Pochers schwächelnde Show dürfte mit diesem Special einmalig einen Quoten-Hit landen. Schön ist das alles trotzdem nicht. Wenn Alessandra Pocher noch ein ganz kleines bisschen bei Trost ist, lässt sie sich bei diesem Unfug nicht blicken. Wir werden sehen.

Schönes Wochenende!

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