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Alibaba überflügelt Facebook und Amazon

Es war nur eine Randnotiz von Yahoos Quartalszahlen, doch sie reichte, um selbst die eigenen Anleger zu elektrisieren – die chinesische Beteiligung Alibaba wächst weiter extrem. Wenn Alibaba im nächsten Jahr an die Börse geht, können sich Anleger auf ein wahres Kraftpaket freuen: Der chinesische E-Commerce-Gigant wächst so schnell, dass selbst die Nummer zwei, drei und vier des Webs bei den Gewinnen nicht mit mehr hinterherkommen. Aus dem Stand könnte Alibaba ein 100 Milliarden-Dollar-Koloss werden.

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Es war nur eine Randnotiz von Yahoos Quartalszahlen, doch sie reichte, um selbst die eigenen Anleger zu elektrisieren – die chinesische Beteiligung Alibaba wächst weiter extrem. Wenn Alibaba im nächsten Jahr an die Börse geht, können sich Anleger auf ein wahres Kraftpaket freuen: Der chinesische E-Commerce-Gigant wächst so schnell, dass selbst die Nummer zwei, drei und vier des Webs bei den Gewinnen nicht mit mehr hinterher kommen. Aus dem Stand könnte Alibaba ein 100 Milliarden-Dollar-Koloss werden.

Die wichtigste Nachricht wurde in Yahoos Webcast zum abgelaufenen dritten Geschäftsquartal von Finanzchef Ken Goldman fast beiläufig erwähnt: Die China-Beteiligung Alibaba wächst weiter wie verrückt. Während die Umsätze im zweiten Geschäftsquartal um beachtliche 61 Prozent auf 1,74 Milliarden Dollar zulegten, explodierten die Gewinne förmlich.

Um unglaubliche 145 Prozent schoss der Nettoprofit im Jahresvergleich auf 717 Millionen Dollar empor. Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen wären es gar 856 Millionen Dollar gewesen.

Alibaba bereits in der Pole-Position der Google-Verfolger

Es sind Dimensionen, die aufhorchen lassen. Natürlich zieht Google als mit Abstand wertvollster Internetkonzern der Welt weiter seine ganz eigenen Kreise. Die Internetsuchmaschine hat in der Nacht gerade einen Nettogewinn von 2,98 Milliarden Dollar vorgelegt, ein Plus von 36 Prozent.

Danach klafft jedoch eine große Lücke. Amazon? Pfeift trotz gigantischer Umsätze, die dieses Jahr sogar größer ausfallen dürften als Googles, weiter auf Profite. Facebook? Wächst dank der boomenden Mobilerlöse schneller als noch vor Jahresfrist erwartet, aber doch nicht so schnell wie Alibaba. Die Erlöse des Social Networks zogen im letzten Quartal um 53 Prozent auf 1,81 Milliarden Dollar an verglichen mit Alibabas Zuwachs von 61 Prozent auf 1,74 Milliarden Dollar. Verdient hat Mark Zuckerbergs knapp zehn Jahre altes Internet-Unternehmen netto mit 333 Millionen nicht mal die Hälfte von Alibaba.  

Und eBay? Der Web-Dino liegt bei den Umsätzen von 3,9 Milliarden Dollar zwar noch deutlich vor Alibaba, wächst jedoch nur noch um 14 Prozent. Bei den Konzerngewinnen hat das weltgrößte Online-Auktionshaus mit 689 Millionen Dollar gar schon hinter dem Online-Verkaufschampion Asiens das Nachsehen.

Schon die zweithöchsten Gewinne im Internet

In anderen Worten: Alibaba verdient bereits jetzt besser als alle anderen Internet-Unternehmen außer Google, wächst dabei aber viel schneller als eBay, Amazon und sogar Facebook! Die Folge kann nur eine äußerst stattliche Börsenbewertung sein, wenn Alibaba im nächsten Jahr vermutlich schon im ersten Quartal an der Wall Street debütiert.

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Wie hoch? Für eBay bewilligen Aktionäre aktuell 67 Milliarden Dollar. Facebook kommt nach seiner enormen Rallye im dritten Quartal nunmehr bereits auf eine Marktkapitalisierung von 127 Milliarden Dollar. Für Amazon bewilligen Anleger unterdessen sogar 142 Milliarden Dollar. Es scheint also nicht ausgeschlossen, dass Alibaba nicht nur ein 100-Milliarden-Dollar-IPO gelingt, sondern dass das von Jack Ma gegründete Online-Handelsimperium aus dem Stand auf den zweiten Platz emporschießt.

Vorschneller Teilverkauf im vergangenen Jahr

Profiteur eines solchen Szenarios wäre abermals Yahoo, das immer noch 24 Prozent an Alibaba hält, die bei einer Börsenbewertung von 100 Milliarden Dollar entsprechend 24 Milliarden Dollar wert wären – was nicht weniger bedeutet, als das der Markt Yahoos Kerngeschäft aktuell mit gerade mal 11 Milliarden Dollar bewertet.    

So sehr Marissa Mayer sich über ihre Alibaba-Beteiligung als Lebensversicherung freuen kann, so sehr dürfte sie insgeheim einer Entscheidung nachtrauern, die unter ihrem Vorgänger Ross Levinsohn angeschoben wurde – nämlich der vorschnelle Verkauf von 40 Prozent des Alibaba-Anteils, der in der Gesamtheit einmal 40 Prozent am ganzen Unternehmen betragen hatte, für nur 7 Milliarden Dollar. Heute hätte Yahoo gut den doppelten Verkaufspreis erzielen können.  

Terry Semels bestes Investment aller Zeiten: 40 % an Alibaba für 1 Mrd.

Wirklich wahr und kein Märchen: 2005 bezahlte Yahoo seinerzeit für 40 Prozent an Alibaba gerade mal 1 Milliarde Dollar! Das Investment hätte sich bis zum IPO wohl zumindest um den Faktor 40 vervielfacht. Indes: Es bleibt so immer noch ein Return-on-Investment von zusammengenommen gut 3.000 Prozent.

Man kann über den damaligen CEO Terry Semel sagen, was man will – aber einen besseren Investor hat das Silicon Valley selten gesehen. Marissa Mayer profitiert bis heute von dem Weitblick des Hollywood-Veteranen.

Nicht auszudenken, wenn Semel nicht noch einmal mit Mark Zuckerberg nachverhandelt hätte: 2006 war der 22-Jährige bekanntermaßen bereits handelseinig, Facebook für eine Milliarde an Yahoo zu verkaufen. Mit 40 Prozent an Alibaba und 100 Prozent an Facebook wäre Yahoo heute rechnerisch ein 250 Milliarden Dollar-Koloss – und der ganz große Google-Rivale. Hätte, hätte, Fahrradkette.

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