Yahoo: Umsätze und Gewinne schrumpfen weiter

Vor knapp über einem Jahr hat Marissa Mayer das Ruder bei Yahoo übernommen und versucht den Internet-Konzern wieder auf Kurs zu bringen. Im dritten Quartal zeigt sich erneut, dass sie damit noch einen weiten Weg vor sich hat. Umsätze und Gewinne sind weiterhin rückläufig. Doch trotz schlechter Bilanzen klettert der Aktienkurs des US-Konzerns. Grund ist eine positive Nachricht im Chinageschäft. Was das Kerngeschäft angeht, mangelt es weiterhin an Werbekunden.

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1,1 Milliarden Dollar (815 Mio. Euro) konnte Yahoo im dritten‘> umsetzen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind das Einbußen von rund fünf Prozent. Noch schlimmer sehen die Zahlen im operativen Geschäft aus: Mit 93 Millionen Dollar stehen 39 Prozent weniger Gewinn unterm Strich. Zurückzuführen sei das auf gestiegene Entwicklungskosten für neue Produkte, so Mayer am Dienstag.
Der Gesamtgewinn des Konzerns reduzierte sich von 3,2 Milliarden Dollar im Vorjahr auf 297 Millionen im dritten Quartal 2013. Der damalige Gewinn-Boom ist allerdings auf den Verkauf von Anteilen am chinesischen Internetkonzern Alibaba zurückzuführen. Doch auch das bereinigte Ergebnis ernüchtert: 358 Millionen Dollar, ein Minus von 24 Prozent. 
Und trotz vergleichweise demotivierenden Zahlen stieg der Kurs der Yahoo-Aktie an der New Yorker Börse um fast ein Prozent. Mit der Vorstellung des Quartalsberichts gab Mayer nämlich gleichzeitig bekannt, sich bei einem möglichen Börsengang vom chinesischen E-Commerce-Unternehmen Alibaba von weniger Anteilen zu trennen, als bisher geplant. Dieser Schachzug rettete den Konzern nicht nur an der Börse, sondern dürfte sich auch in Zukunft positiv auf die Zahlen aus dem operativen Geschäft auswirken. Derzeit hält Yahoo 24 Prozent an Alibaba.
Was Mayer im Operativen nämlich braucht, sind steigende Umsätze. Zwar klicken die Yahoo-Angebote besser als je zuvor – laut Mayer kletterten die Nutzwerte erstmals über 800 Millionen im Monat -, die Werbekunden scheint das allerdings nicht zu überzeugen. Vor allem der Umsatz mit Bannerwerbung ging zurück (minus 7 Prozent), genauso wie die Anzahl der bezahlten Links in Suchergebnissen.  Insgesamt kletterte die Zahl der verkauften Anzeigen nur um ein Prozent. Gleichzeitig fiel der Preis pro Anzeige aber um sieben.
Seit Mayers antritt hat sich bereits viel im kalifornischen Sunnyvale getan. Die eigene Fotoplattform Flickr wurde mit viel Geld generalüberholt. Mit Zukäufen, wie die Bloggerplattform Tumblr, in Millardenhöhe versucht Mayer das Kerngeschäft wiederzubeleben. Bis sich die Investments aber rentieren, bleibt Mayer wohl vorerst auf das Chinageschäft angewiesen. 

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