Springer steckt 30 Mio. in Startup-Inkubator

Seit Monaten hieß es immer wieder: Springer steigt bei Project A ein. Doch dann passierte nichts. Jetzt vermelden beide Parteien auf einmal doch Vollzug. Das Medienhaus investiert 30 Millionen Euro in den Startup-Inkubator. Hinter der Berliner Web-Fabrik stehen ehemalige Rocket-Internet-Manager und die Otto Group. Springer hofft mit der Beteiligung die Lücke zwischen den strategischen Spätphasen-Investitionen und Frühphasen-Aktivitäten schließen zu können.

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„Die Gründer sind seit Jahren erfolgreich mit dem unternehmerischen Aufbau von Online-Unternehmen. Die Otto Group zeigt, wie erfolgreich Corporate Venture Capital im handelsnahen Umfeld sein kann“, erklärt Jens Müffelmann, der bei Springer den Geschäftsführungsbereich Elektronische Medien leitet. „Dieses Team wollen wir nun mit unserer Medienexpertise, unserem internationalen Netzwerk sowie unserer Erfahrung in Portfolioaufbau, -vernetzung und -entwicklung verstärken."

Project A ist noch immer weitgehend ein unbekannter Player im deutschen Web. Als die Gründer Florian Heinemann, Uwe Horstmann, Thies Sander und Christian Weiss die Samwer-Fabrik Rocket Internet verließen, um etwas Eigenes aufzubauen, waren die meisten Beobachter davon überzeugt, dass Projekt A recht schnell eine steile Karriere hinlegen könne. Die blieb bislang – zumindest in Sachen Medienaufmerksamkeit – aus.

Nach eigenen Angaben finanzierten die Berliner bislang 15 Startups. Zudem wären bereits erste Beteiligungen erfolgreich verkauft worden. Damit ist wohl vor allem der gerade erfolgte Verkauf von Tirendo gemeint. Die Reifendirekt.de-Mutter Delticom übernahm das Startup für 50 Millionen Euro. Zum Portfolio der Web-Fabrik gehört zudem der Weinversender Wine in Black, ein Autoteile-Preisvergleich und das Ernährungs-Portal NU3. Ein weiterer Highflyer, nach Tirendo, fehlt bislang im Angebot.

Otto investierte bislang 50 Millionen Euro in Project A. Wie viele Prozente Springer für seine 30 Million Euro bekommt, wollen die Partner nicht verraten. Sowohl das Medienhaus als auch Otto sollen allerdings keinerlei direkten Einfluss auf die Investmentstrategie und die Exits haben.

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