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NSA-Enthüller Greenwald verlässt Guardian

So ändern sich die Zeiten. Glenn Greenwald, der wohl einflussreichste Investigativ-Journalist des Jahres, will nicht länger für ein traditionelles Medienunternehmen arbeiten. Der Enthüllungsreporter hinter den Snowden-Informationen, der die NSA-Affäre ins Rollen brachte, verlässt den Guardian, um ein neues journalistisches Online-Portal aufzubauen. Keine klassische Redaktion hat den Wechsel verkündet, sondern der Web-Dienst Buzzfeed.

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Dass es Buzzfeed gelang, den Wechsel vorab zu verkünden, scheint Greenwald kalt erwischt zu haben. So schreibt er in seinem Blog, dass die Information zu früh geleaked sei und er deshalb noch nicht verraten könne, was er als nächstes mache. Es handle sich jedoch um einen „once-in-a-career dream“.

Nachdem Buzzfeed die Grundrecherche geliefert hat, legte Reuters nach und fand heraus, dass der Snowden-Enthüller für den Ebay-Gründer Pierre Omidyar eine neue Medienplattform aufbauen soll. Der Milliardär, der allerdings nicht mehr aktiv im operativen Geschäft des Internet-Händlers involviert ist, gründete bereits 2010 das Nachrichtenportal Honolulu Civil Beat.
Nach Jeff Bezos, der gerade erst die Washington Post gekauft hat, wäre der IT-Spezialist, der nächste New Economy-Milliardär, der vom Silicon Valley aus Ambitionen im Mediengeschäft entwickelt.

Der Guardian bedauert den Greenwald-Ausstieg natürlich, erkennt allerdings auch die „Attraktivität“ des neuen Angebotes an. Schon bald will Greenwald mehr bekanntgeben. Seit Monaten beweist er in der Snowden-Affäre allerdings, dass er ein Meister der Info-Salami-Taktik ist. Nur in kleinen Happen servierten er und der Guardian über Monaten hinweg die NSA-Enthüllungen. Es könnte also noch dauern, bis wir alles über seinen neuen Job wissen.

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