Interviewmagazin Galore kehrt zurück

Totgesagte leben länger: 2009 verschwand das Interviewmagazin Galore aus dem Zeitschriftenregal. Vier Jahre später kehrt es zurück. Das gab Herausgeber Michael Lohrmann auf einer neugegründeten Facebook-Seite bekannt. Ein Kiosk-Comeback sei “aufgrund der Marktlage und dem Umstand, dass Galore für die meisten aller Anzeigenkunden zu nonkonform und progressiv war”, nach wie vor ausgeschlossen. Allerdings ist für Ende November ein Jubiläumsheft geplant. Zusätzlich soll Galore künftig als Tablet-Magazin erscheinen.

Anzeige

Ab Februar 2014 will der Verlag monatlich 20 neue Interviews anbieten. “Für die Qualität der Gespräche und der Fortführung der bekannten Galore-Linie wird Chefredakteur Sascha Krüger verantwortlich zeichnen, der das Blatt bereits in der Vergangenheit stets begleitete”, heißt es im Info-Text der offiziellen Facebook-Seite. Die dazugehörige Webseite liefert derzeit noch keine weitere Infos.
Ab Ende November soll im App Store und dem Google Play Store eine Galore-Interview-App verfügbar sein, die über Tablets und Handys genutzt werden kann. In der Gratis-Anwendung sind zum Launch sieben Interviews hinterlegt. Weitere Hefte und Interviews sollen sich Nutzer im weiteren Verlauf über gezielte In-App-Käufe hinzufügen können und sich so eine “persönliche Galore Interview-Welt” zusammenstellen, wie es in der Mitteilung heißt. “Dafür steht Ihnen unser Archiv aus mehr als 400 gründlich überarbeiteten Interviews zur Verfügung, die von den über 1.000 geführten Gesprächen der letzten zehn Jahre die Qualität der Zeitlosigkeit eint.”

Nutzer sollen einzelne Interviews kaufen können

Das Kultur- und Lifestylemagazin war im Dezember 2003 sehr ambitioniert gestartet, litt aber seit Jahren unter massiven Auflagenproblemen und verkaufte sich in vielen Quartalen mit Abos und Einzelverkauf nur rund 10.000 Mal. Als Grund für das Aus gab Verlags-Chef Michael Lohrmann im Juni 2009 wirtschaftliche Schwierigkeiten an. Galore hätte an einer "ungünstigen Entwicklung im Anzeigengeschäft und der allgemein misslichen Wirtschaftslage" gelitten. Daher gäbe es "aus wirtschaftlichen wie strategischen Aspekten keine Alternative" zur Einstellung des Print-Magazins. Die letzte Ausgabe des Heftes erschien am 10. Juni 2009. Eine angekündigte Online-Offensive über Interviews, die täglich auf einer Webseite veröffentlicht werden sollten, floppte.
Jubliäumsausgabe kommt Ende November
Mit der starken Verbreitung von Smartphones und Tablets scheint der Dortmunder Verlag nun neue Hoffnung zu schöpfen. “Wir glauben damit einen Weg gefunden zu haben, unserer verlegerischen und journalistischen Freiheit sowie Ihren Bedürfnissen als Leser sehr gerecht zu werden. Galore in einer App auszuspielen bedeutet nämlich, dass Sie durch In-App-Käufe die Möglichkeit haben, sich künftig ganz zielgerichtet die Gespräche Ihrer Wahl auszusuchen – und zwar immer dann wenn Sie Zeit und Muße haben, sich Galore in Ruhe zu widmen”, so Lohrmann. Konkret bedeutet das: Über einen Monat verteilt will der Verlag rund 20 Interviews zur Verfügung stellen. Der Nutzer kann dann über ein Guthaben einzelne Gespräche nach Belieben herunterladen und anschließend lesen. Die Preise für die Interviews stehen noch nicht fest, erklärt Lohrmann gegenüber MEEDIA.
An den “richtigen” Kiosk kehrt Galore nur noch einmal zurück. Am 22. November erscheint einmalig die Sonderausgabe „Das Beste aus zehn Jahren“ mit 24 Interviews, unter anderem mit Herbert Grönemeyer, Heiner Geißler, Jonathan Meese, Sven Regener, Mickey Rourke, Günther Wallraff, Justin Timberlake und Jamie Foxx. „Das Beste aus zehn Jahren Galore“ wird mit einem Umfang von 196 Seiten produziert und 5,90 Euro kosten.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige