Angela Ahrendts: Apples Marissa Mayer

Das Stühlerücken in Cupertino geht weiter. Drei Monate nach der Verpflichtung des CEO von Yves Saint Laurent hat Apple erneut in der Modebranche gewildert. Die Chefin des britischen Edellabels Burberry wird künftig beim wertvollsten Konzern der Welt die Geschäftsleitung der Apple Stores verantworten – ein prestigeträchtiger Posten, der über ein Jahr nach der unglücklichen Besetzung mit John Browett verwaist war. US-Medien sind voll des Lobes für die 53-Jährige und handeln Angela Ahrendts bereits als kommende Apple-Chefin.

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Das Stühlerücken in Cupertino geht weiter. Drei Monate nach der Verpflichtung des CEO von Yves Saint Laurent hat Apple erneut in der Modebranche gewildert. Die Chefin des britischen Edellabels Burberry wird künftig beim wertvollsten Konzern der Welt die Geschäftsleitung der Apple Stores verantworten – ein prestigeträchtiger Posten, der über ein Jahr nach der unglücklichen Besetzung mit John Browett verwaist war. US-Medien sind voll des Lobes für die 53-Jährige und handeln Angela Ahrendts bereits als kommende Apple-Chefin.

Apples heißer Herbst geht weiter: Gleich zweimal meldete sich die sonst verschwiegene Pressestelle von Apple gestern zu Wort. Einmal, um das bereits fest eingeplante iPad-Event anzukündigen, bei dem in einer Woche wohl nun auch das stationäre Betriebssystem Mavericks und neue Power Macs vorgestellt werden.

Zuvor aber hatte Apple bereits eine erstaunliche Personalie bekannt gegeben. Die seit fast einem Jahr verwaiste Schlüsselposition der Geschäftsleitung der Apple Stores wurde endlich besetzt. Erstmals zieht eine Frau in das Top-Management in Cupertino ein – und dann gar eine Vorstandschefin aus einer anderen Branche.

Apples zweite Top-Management-Personalie aus der Modebranche

Angela Ahrendts, seit sieben Jahren Vorstandsvorsitzende des britischen  Edelschneiders Burberry, wird im kommenden Frühjahr die Top-Position im Verkauf einnehmen und dabei sogar die zusätzliche Verantwortung über das Online-Geschäft übernehmen.

Nach Paul Deneve, der vom französischen Rivalen Yves-Saint Laurent im Juli abgeworben wurde und für Special Projects – vermutlich die iWatch – arbeiten soll, ist es bereits Apples zweite Top-Management-Personalie aus der Modebranche binnen nur drei Monaten.

Wette auf die krisenresistentere Luxusgüterindustrie

Der 53-jährigen Amerikanerin eilt ein bemerkenswerter Ruf voraus: Seit 2006 verantwortet Ahrendts die Geschicke des britischen Luxellabels, das im Auswahlindex FTSE 100 gelistet ist und unter ihrer Führung um 360 Prozent an der Londoner Börse zulegte, während sich der Umsatz verdoppelte.

Ahrendts‘ Verpflichtung sagt viel über Tim Cooks Zukunftsvorstellungen: Es ist eine Wette auf die krisenresistentere Luxusgüterindustrie. Apple-Produkte sind in ihr seit Jahrzehnten beheimatet. Was im Apple-Design verpackt ist, darf schon mal das Doppelte kosten.

Noch mehr Verpackung statt Inhalt

Dass die Hochpreis-Strategie angesichts der technisch längst ebenbürtigen Konkurrenz aus dem Android-Lager zuletzt nicht immer aufgeht, ist an den schwächelnden Mac-Absätzen und dem verhaltenen Start des iPhone 5c ersichtlich. Auch Apple kann nicht mehr jeden Preis durchsetzen.

Welche Impulse, die hochbezahlte Mode-Chefin, die mit 20 Millionen Euro das höchste Gehalt eines Konzernchefs in England bezieht, in den Apples Retail-Segment setzen kann, wird maßgeblich die Zukunft des wertvollsten Konzerns der Welt mitbestimmen. Nicht zuletzt Steve Jobs’ Store-Konzept war der phänomenale Erfolg des vergangenen Jahrzehnts zu verdanken.

Gehörige Portion femininen Glamour gewonnen

Zur Eröffnung des ersten Apple Store im Mai 2001 wollte Apple schlicht seine Macs besser vermarkten – heute geht es um eine ganze Erlebniswelt digitalen Lifestyles. Die Botschaft, die Cook mit der Verpflichtung Ahrendts aussendet, ist deutlich: Wohl und Wehe Apples hängt noch mehr von der Verpackung ab – weniger vom Inhalt.

Ganz nebenbei hat Apple nun seine Marissa Mayer (CEO von Yahoo): eine echte Vorzeige-Frau mit Modelmaßen, die bezeichnenderweise die Tochter eines Fotomodells ist. Die Luxus-Ikone, die immer noch problemlos die Cover der Modemagazine füllen kann, verleiht Apple etwas, was vielleicht unter Steve Jobs nie möglich gewesen wäre – eine gehörige Portion femininen Glamour.

Glaubt man Henry Blodget vom Business Insider, endet ihre Strahlkraft womöglich nicht bei den Stores: Der frühere Internetaktienanalyst wittert in der toughen Managerin bereits eine mögliche Nachfolgerin als CEO.

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