Spar-Axt: Funke schließt Lokal-Redaktionen

Die Funke Mediengruppe streicht weiter Lokalredaktionen- und Ausgaben zusammen. Aus Dorsten, Lüdenscheid und Altena/Werdohl/Plettenberg zieht sich der Verlag mit WAZ bzw. der Westfälischen Rundschau (WR) redaktionell komplett zurück. In Castrop-Rauxel setzten die Essener stattdessen ein neues Kooperationsmodell mit dem Medienhaus Lensing um und liefern nur noch Mantelinhalte. Die Folge: 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind diesmal von der Spar-Axt betroffen.

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Ab dem 1. November übernehmen in Castrop-Rauxel die Westdeutsche Allgemeine Zeitung und die Westfälische Rundschau die lokalen Inhalte von den Ruhr Nachrichten (Lensing). Der Mantelteil wird weiterhin vom Content Desk der WAZ aus Essen produziert. „Damit stellt die Funke Mediengruppe sicher, dass die Bevölkerung in Castrop-Rauxel sich auch zukünftig über das Geschehen vor ihrer Haustür, in der Region, in Deutschland und weltweit informieren kann und die Titel- und damit Medienvielfalt vor Ort bestehen bleibt“, heißt es in einer Verlagsmitteilung.

Mit diesem Schritt weiten die Essener ihr Kooperationsmodell mit Lensing weiter aus. Denn bereits in Dortmund befüllt die Konkurrenz die Funke-eigene Westfälische Rundschau.

Zum 31. Oktober wird die Ausgabe in Dorsten komplett eingestellt. Am 31. Dezember folgen die Ausgaben Lüdenscheid/Halver und Altena/Werdohl/Plettenberg.

Als Grund für die Neu-Organisation nennt der Verlag die veränderte Mediennutzung, die die Auflagenzahlen sinken lässt. „Darüber hinaus ist der Markt von einem starken Wettbewerb geprägt und wird von einem weiter signifikant rückläufigen Anzeigenmarkt belastet“, heißt es in einer Mitteilung. Von den einschneidenden Entwicklungen seien auch die entsprechenden Ausgaben der WAZ und WR betroffen.

Die Aufgabe der Redaktionen in Castrop-Rauxel und Dorsten würden dem Medienhaus allerdings auch die Chance zum Ausbau der Digitalisierung und zur Entwicklung neuer Produkte bieten. „Wir glauben an Print und sind von der Zukunft der Zeitung – gerade auch als Träger lokaler Informationen – überzeugt. Die Menschen haben Bedarf nach lokalen, kompetent und objektiv aufbereiteten Berichten, nach Einordnung und Debatte – und genau das liefern wir ihnen mit unseren Zeitungen“, sagt Geschäftsführer Christian Nienhaus.

Der Verantwortliche für das Ressort Regionalmedien hofft mit der zusätzlichen „finanziellen Kraft“ neue Ansätze zu entwickeln und erfolgreich laufende Projekte zu stärken. Zudem sollen neue Produkte auf den Markt gebracht werden. Nienhaus spricht von „Kreativität, mit Mut und mit Spürsinn für unabhängigen und erfolgreichen Journalismus.“

Mit großem Interesse werden mittlerweile auch die Redaktionen des Hamburger Abendblattes und der Berliner Morgenpost die Aktivitäten der Essener beobachten. Immerhin prüft das Kartellamt gerade die Übernahme der beiden und anderer Springer-Titel durch die Funke-Gruppe.

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