Kika-Affäre: Beckmann muss 30.000 € zahlen

Damit steht seiner Wiederwahl (fast) nichts im Weg: Nach Informationen des Spiegel stellt die Staatsanwaltschaft Erfurt die Ermittlungen gegen Frank Beckmann wegen angeblicher Veruntreuung von Geldern während seiner Zeit als Programmgeschäftsführer des Kindersenders Kika ein. Dafür soll der amtierende Programmdirektor des NDR 30.000 Euro Geldbuße zahlen. Sein Vertrag läuft Ende Oktober aus. Die Chancen stehen gut, dass er dann wiedergewählt wird - auch wenn der MDR weiter klagen könnte.

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Denn noch läuft Beckmanns Vertrag bis Ende Oktober. Der NDR hatte im Februar erklärt, eine Entscheidung in der sogenannten Kika-Affäre abwarten zu wollen. Die Staatsanwaltschaft Erfurt hatte gegen Beckmann wegen des Verdachts der Untreue ermittelt. Die Kika-Affäre selbst reicht bis ins Jahr 2011 zurück. Durch Scheinrechnungen sollen mehrere Mitarbeiter den Sender um Millionen geprellt haben.
Der damalige MDR-Intendant Udo Reiter hatte 2011 behauptet, dass der größte Teil der Scheinrechungen und der damit veruntreuten Summe in die Amtszeit Beckmanns fielen. Beckmann war Programmgeschäftsführer des Kika von 2000 bis 2009. Der MDR bezifferte den Schaden auf rund 8,2 Millionen Euro und hatte daraufhin Schadensersatzansprüche geprüft.
Wie der Spiegel nun berichtet, kommt Beckmann zugute, dass der MDR zu spät auf die Behörden zugegangen sei. Demnach seien einige Fälle bereits verjährt. Bei den Untersuchungen ging es im Besonderen um eine Abschiedsfeier des Kika für Beckmann. Der Vorwurf: Das Abschiedsfest sei mit veruntreutem Geld finanziert worden. Beckmann wiederum bestritt, dass es überhaupt ein solches Fest gegeben habe. Er sei im Rahmen des Sommerfestes der Sommertour verabschiedet worden. In Erfurter Justizkreisen war jedoch zu vernehmen, dass Beckmann selbst zur Feier eingeladen hatte, weshalb sie als Abschiedsfest angesehen wurde. Ein Unternehmen soll bei der Finanzierung des Sommerfestes geholfen, jedoch einen fünfstelligen Betrag auf die tatsächlichen Kosten aufgeschlagen haben. Mit diesem Geld wäre das Mitarbeiterfest finanziert worden.
Laut dem Spiegel ist der strafrechtliche Part der Kika-Affäre für Beckmann durch die Zahlung von 30.000 Euro aber noch nicht abgeschlossen. Denn weiterhin kann der MDR noch zivilrechtlich gegen den ehemaligen Programmgeschäftsführer vorgehen. NDR-Intendant Lutz Marmor soll Beckmann laut einem Sprecher allerdings in Kürze zur Wiederwahl vorschlagen. 

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