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‚Hannibal‘: Kannibalen-Schocker geht in Serie

Diese Psychothriller-Serie ist nichts für schwache Gemüter. Mehr noch: “Hannibal” ist ultrastarker Tobak. Die einen werden sich vermutlich permanent Augen und Ohren zuhalten müssen, die anderen kommen endlich wieder in den Genuss eines waschechten “Schweigen der Lämmer”-Stoffs. So heftig kannibalischen, dass selbst der Produzent die Ausstrahlung einer Folge in den USA verhindern musste. MEEDIA erklärt, worum es in der neuen Schock-Serie geht.

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Schaut man sich die erste Folge an, könnte man fast meinen, dass es sich um ein Spinoff der “Roter Drache”-Trilogie von Thomas Harris handelt. Also auch eben jener Filme, mit denen Sir Anthony Hopkins als Dr. Hannibal Lecter den Zuschauern das Blut in den Adern gefrieren ließ. Doch tatsächlich spielt “Hannibal”, die Serie, noch vor "Roter Drache". Die Handlung, ohne zu spoilern, ist schnell erklärt: Zu Beginn bittet das FBI, in persona Jack Crawford gespielt von Laurence Fishburne, Lecter um Unterstützung. In seiner Tätigkeit als Psychiater soll er Will Graham, einem überdurchschnittlich empathischen FBI-Agenten, bei Ermittlungen helfen. Wer schon einmal einen der Filme gesehen oder den Bestseller von Harris gelesen hat, weiß: Lecter fährt seine eigene Agenda.
Wer jetzt lediglich einen guten Krimi mit hochkarätiger Besetzung erwartet, wird enttäuscht. Denn “Hannibal” ist auf Kino-Niveau getrimmt. Ohne überladen zu wirken, ist die Serie voller Special Effects, die dem Ganzen nicht nur einen hochkarätigen Look verpassen. Sie schüren auch die Ängste, sogar den Ekel, beim Zuschauer. Auch wenn Brutal-Mimiker Mads Mikkelsen als Lecter die Hauptrolle spielt, so verwendet Fuller doch viel Zeit, den Zuschauer mit all den Zwischensequenzen in die Seele des ängstlichen Genies Graham blicken zu lassen.
Während bei der BBC-Reihe “Luther” die Fälle einzigartig sind, so sind sie bei “Hannibal” vor allem eines: einzigartig brutal, drastisch und ekelerregend. Die Opfer in Folge zwei mit dem Titel “Pilze” sind wohl das Widerlichste, was seit Jahren im TV zu begutachten war. Man fragt sich jedes Mal: Wie konnte Fuller einen solchen Turnaround nach der NBC-Serie “Heroes” hinlegen? Nix mehr mit “Rette die Cheerleaderin, rette die Welt!”. Bei “Hannibal” ist die Welt in erster Linie das: am Arsch.
Ausstrahlung im US-TV gestoppt
Selbst Fuller wurde sich offenbar der Brutalität seiner Schöpfung bewusst und zog bei der vierten Episode die Reißleine: In “Œuf” töten gebrainwashte entführte Kinder ihre Familien. Der Sender stoppe die Ausstrahlung noch rechtzeitig und stellte Ausschnitte als Webisodes im Netz zur Verfügung. Am selben Tag ereignete sich zudem das Attentat auf den Boston-Marathon.
Der Cast, wie oben kurz angerissen, ist hochkarätig: Fishburne gibt den zielstrebigen Ermittler, während Caroline Dhavernas als Dr. Alana Bloom recht blass bleibt – und damit ist nicht ihr Teint gemeint. Doch auf eine morbide Art kongenial ist das Gespann aus Mads Mikkelsen und Hugh Dancy. Während der Däne mit diesen unverkennbaren Gesichtszügen schon die richtige Mischung aus Amüsement und abgrundtiefer Gewalt mitbringt, überrascht Dancy auf ganzer Linie.
Seine Gattin, Claire Danes, feiert derzeit mit “Homeland” Erfolge. Doch der Brite schien sich nie entscheiden zu wollen: mal der Lover, mal eine Komödie, um dann beim nächsten Mal in einem Drama mitzuwirken. Deswegen zählte er wohl bislang nicht zur ersten Riege Hollywoods. Doch neben dem brettharten Lecter wirkt Dancy als von Ängsten, Genialität und Mitgefühl hin- und hergerissener Graham wie der perfekte Gegenpart. Letzten Endes braucht die Serie ihn auch – sonst wäre da nur noch rohe Gewalt.

Wo kann man “Hannibal sehen”?

In den USA ist die erste Staffel abgelaufen, eine zweite ist in Planung. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz hat sich ProSiebenSat.1 die Ausstrahlungsrechte fürs Free-TV gesichert. Sat.1 zeigt die erste Folge am Donnerstag um 22.15 Uhr. Die Pay-TV-Rechte liegen bei AXN. Maxdome kam den beiden Sendern zuvor. Seit Mitte August steht “Hannibal” Nutzern im Einzelabruf und Abonnenten zur Verfügung.

Dieser Text ist zuerst auf felixdisselhoff.de erschienen.

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