Cherno Jobatey wird Vorturner der HuffPost

TV-Moderator Cherno Jobatey wird das Aushängeschild der deutschen Huffington Post. Jobatey war viele Jahre Co-Moderator des ZDF-Morgenmagazins. Was auf den ersten Blick überrascht, liegt auf den zweiten Blick nicht völlig fern. Jobatey ist gern gesehener Gast bei Burdas DLD, moderierte die Debattenreihe UdLDigital. Derzeit trifft er in München die Gründerin Arianna Huffington. Die HuffPost Deutschland geht an diesem Donnerstag an den Start. Einer der ersten Gastautoren ist Boris Becker

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Cherno Jobatey macht auf seiner eigenen Homepage Werbung für sich, indem er aus Artikeln zitiert. Er sei ein "Fernsehschmunzler", schrieb einmal die Zeit, die Bunte berichtete über "unverwüstliche spontane Herzlichkeit", und die WAZ wusste zu berichten, dass Jobatey "oft unterschätzt" werde, sei er doch "mehr Nachrichtenjunkie denn Gute-Laune-Animateur". Auf einer englischen Seite zitiert er die Washington Post, die ihn als "well known German TV personality" bezeichnete.
In der Medienbranche wurde eigentlich damit gerechnet, dass für den Job der "Anchorperson", also des Aushängeschilds der Huffington Post in Deutschland, eine Frau ausgesucht würde. So wurde beispielsweise die Professorin Miriam Meckel für den eher repräsentativ-strategisch angelegten Posten gehandelt. Freilich gab es nie eine solche Ansage, und nun wird es heißen, Jobatey sei der bestmögliche Mann für den Job. Schließlich hat Jobatey schon mal neben Steve Jobs gestanden (bzw. sogar vor ihm).
Ein Selbstgänger ist die Auswahl Jobateys freilich nicht. Er ist zwar Turnschuhträger, aber kein Netzliebling wie etwa ein Sascha Lobo. Obwohl er sich mit einer Präsentation "Digitale Macht. Die stille Revolution" auch als eine Art Internet-Evangelist positioniert, ist er durch regelmäßige Kommentare zur Zukunft der Medien nicht aufgefallen. Was er als "Anchor" der HuffPost vermutlich tun muss, ist: Das Portal ins Gespräch bringen. Ob er dazu das Standing mitbringt – fraglich.
Chefredakteur der Seite wird – genauer Zeitpunkt offen – der bisherige WirtschaftsWoche-Redakteur Sebastian Matthes. Bis zu dessen Antritt übernimmt Focus Online-Chefredakteur Daniel Steil. Das Prinzip der Huffington Post im Ausland ist, gemeinsam mit einem Partner die News-Seite hochzuziehen. In zahlreichen Ländern außerhalb der USA starteten bereits Ableger, u.a. in Frankreich und Italien.
Einer der ersten prominenten Gastautoren der deutschen Huffington Post wird übrigens Boris Becker sein. Arianna Huffington selbst twitterte am Mittwoch: "Just received beautiful blog post for tomorrow’s launch from @TheBorisBecker. #HalloHuffPost"

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