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Rampdesign: Und ewig rollen die Räder

Ohne Räder geht's nicht bei Michael Köckritz: Nach ramp, rampstyle und rampclassics kommt der Ableger rampdesign an den Kiosk. Wie immer mit schwerem Papier, einem schwarz-gelb-gestrichelten Rand und sehr vielen Anzeigen. Köckritz baut sein ramp-Reich aus, doch es mangelt ein wenig an der Unterscheidbarkeit der Ansätze. MEEDIA hat sich den neuen Ableger aus der Magazinwerkstatt von Red Indian Publishing in Reutlingen angeschaut.

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Zunächst die positiv hervorzuhebenden Seiten von rampdesign. Wie bei den anderen Köckritz-Magazinen strahlt das neue Format Selbstvertrauen aus. Rampdesign ist schwer, das Papier fasst sich schön an, die Bilder sind wuchtig, unmittelbar, zu den Autoren zählen Könner wie Philipp Maußhardt. Wer Autos, Motorräder und Fahrräder mag, wer auf Geschwindigkeit steht, der ist richtig bei ramp.
 


Dem ramp-Macher liegt dabei vor allem die Schönheit der Formen am Herzen – was in diesem Design-Magazin besonders gilt. Bezeichnend: Zum Einstieg führt Köckritz ein langes Gespräch mit Ästhetik-Professor Winfried Menninghaus. Der dazugehörige Einlauftext befasst sich dann mit den Vorzügen des Bentley Continental GT Speed, einem Luxuswagen von 625 PS, der auf den folgenden zehn Seiten neun Mal auf Fotos zu sehen ist. Der Bentley als Symbol der Schönheit – ok. Schade nur, dass die Fotostrecke zu werblich aussieht.

Um sich ein Luxusmagazin wie ramp auch als Verleger leisten zu können, sind exzellente Kontakte zur Autoindustrie geradezu existenziell. Köckritz hat diese Kontakte. Der Preis, der zu zahlen ist – ein Kooperationspartner wie die Realtime Technology AG (RTT), der ein interaktives Cover gestaltete, wird im Magazin gleich mehrfach erwähnt, u.a. in einer Geschichte über die "Schöne neue 3D-Welt", einer Geschichte über einen Roboter und eine Geschichte über die "Audi City" in London, in der ebenfalls das "schlaue deutsche Unternehmen" gelobt wird.

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Ist das ein wenig zu viel des Guten? Eher ja. Natürlich erwartet ein Leser von ramp oder einem der Ableger keine gnadenlose Abrechnung mit dem Automobil. Zielgruppe sind Motor-Begeisterte mit Sinn für klare, saubere Formen (überhaupt – Sauberkeit: Schmutz und Dreck gibt’s bei ramp nicht). Und die finden hier auch ihre Geschichten, der Textanteil ist nicht gering, und ein Interview mit BMW-Designer Adrian Van Hooydonk oder eines mit Porsche-Designchef Michael Mauer ist aller Ehren wert.


Ob es nun aber neben ramp und rampstyle einen weiteren regelmäßigen Ableger braucht? Fazit: Wer ramp-Fan ist, wird auf seine Kosten kommen. Und genau das war vermutlich auch der Anreiz, noch eine ramp-Variante aufzulegen, die nicht nur bei den Fans, sondern auch in der Industrie gut ankommt. Nur überreizen sollte Köckritz die Marke, die schon eine Reihe von Auszeichnungen einsammelte, nicht.

Die technischen Daten: Rampdesign erscheint in Deutsch und Englisch, 20.000 werden auf Deutsch, 5.000 auf Englisch gedruckt. Der Verkaufspreis: 15 Euro für 252 Seiten.

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