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iPhone 5c: ein Smartphone für die Damenwelt

Vergangene Woche haben wir über die neuen iPhones berichtet. Unsere Meinung stand ziemlich schnell fest: Mit dem iPhone 5s hat Apple wieder einmal ein tolles Smartphone abgeliefert, das iPhone 5c hingegen konnte mit wenig Neuem überraschen. Hat sich diese Einschätzung nach einer Woche verändert? Ja, teilweise. Vor allem das iPhone 5c kann auf den zweiten Blick überzeugen - wenn auch nicht den Tester selbst, sondern vielmehr sein weibliches Umfeld. Wir sind uns sicher: Das ist kein Billig-iPhone, sondern ein Frauen-iPhone!

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Man möge mir diesen Vergleich verzeihen, auch wenn er ernst gemeint ist: Mit dem iPhone 5c ist es ein bisschen wie mit Wein – es muss atmen. Soll heißen: Beinahe jeder in meinem Umfeld, der das Gerät zum ersten Mal sah, reagierte ähnlich: "Igitt, Plastik!" "Schaut das billig aus!" "Hat Fisher Price das mitentwickelt?" Und doch ertappt man sich – und Leute aus dem eigenen Umfeld dabei – wie man immer wieder zum Gerät greift. Das verwundert kaum. Bei so viel gebürstetem Aluminium und dezentem Schwarz auf deutschen Schreibtischen sticht das iPhone 5c mit seinen quietschbunten Farben im wahrsten Sinne des Wortes heraus.

iPhone 5c punktet mit Optik, nicht mit Technik
Ansonsten ist der Übergang vom iPhone 5 nahtlos. Auch hier kein Wunder: Das iPhone 5c IST das iPhone 5 in leicht optimierter Fassung in einer bunten Hülle. Dafür ist es auch rund 80 Euro günstiger als der Vorgänger. Vom prognostizierten Billig-iPhone ist es mit rund 600 Euro in der Basis-Variante aber noch weit entfernt. Nach einer Woche mit dem Gerät lässt sich aber auch festhalten: Billig wirkt das Gerät keinesfalls. Die Plastikhülle liegt gut in der Hand und knarzt kein bisschen. Schöner Nebeneffekt: Die unterschiedlichen Gehäusefarben finden sich in iOS 7 wieder. Anders formuliert: Das 5c punktet mit Optik, nicht mit neuer Technik.
Im direkten Vergleich mit dem iPhone 5s kann das Gerät natürlich in Sachen Geschwindigkeit nicht mithalten. Die verbauten Komponenten sind einfach ein Jahr älter, was in der Smartphone-Welt ungefähr die Verdopplung an Rechen- und Grafikpower bedeutet. So dürfte sich das Smartphone anstatt für Jugendliche mit schmalem Geldbeutel eher für eine Klientel eignen, die Wert auf eine ansprechende Optik und weniger auf mehr Leistung legt: Frauen. Ohne dem weiblichen Geschlecht zu nahe zu treten, aber: Die unterschiedlichen Gehäusefarben decken sich tatsächlich auffällig mit bestimmten Nagellacksorten. Die Plastikhülle dürfte außerdem eventuelle Kratzer in Handtaschen besser überstehen als das teurere iPhone 5s.
Das wiederum kommt ein wenig wie der Gegenentwurf zum schrillen Look des 5c daher: Mit dem blassen Champagner-Ton setzt Apple auf Understatement. Im Vergleich zum 5c und damit auch zum iPhone 5 fällt auf, wie flüssig und unmittelbar auf dem Gerät die einzelnen Prozesse funktionieren. Ob Fotos, Videos, das Suchen und Herunterladen einer App oder das Mailen von Nachrichten: Alles funktioniert auf dem Apple-Smartphone noch einen Tick schneller als beim Vorgänger.

Auch rechenintensive Prozesse, wie etwa der Burstmode mit zehn Fotos pro Sekunde oder die Zeitlupenvideo-Funktion, schafft das Gerät ohne Ruckler. In der ersten Woche ertappt man sich dabei, dass man bei bestimmten Prozessen, etwa beim Einladen von Fotos in eine Mail wartet, obwohl das 5s die Arbeit schon längst erledigt hat.

  Außenaufnahme HTC One: recht dunkel, weniger Details
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Die Kamera kann zudem mit mehr Lichtstärke und Detailtreue punkten. Im direkten Vergleich mit dem HTC One, bekannt für seine “Ultrapixel”-Kamera, liefert das iPhone 5s einfach in jeder Situation mehr Bildtiefe: Ob beim Panorama-Modus in freier Natur, Nahaufnahmen oder Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen.

      Außenaufnahme iPhone 5s: recht hell, mehr Details

Touch ID, seit Verkaufsstart der neuen Liebling in der Hacker-Gemeinde, funktioniert so unmittelbar, dass man denkt, man drücke nur auf den Home-Button. Wer zuvor schon bei Notebooks und anderen Geräten Fingerabdruckscanner genutzt hat, der war eigentlich Wartezeiten von zwei bis drei Sekunden gewöhnt. Beim iPhone 5s funktioniert das innerhalb weniger Millisekunden.
Akkuleistung beim iPhone 5s verbessert
Und der Akku? Seit jeher galt das Bauteil als Schwachstelle der Apple-Smartphones. Vor allem das iPhone 5 hatte angesichts stärkerer Komponenten als das iPhone 4S mit einem erhöhten Verbrauch zu kämpfen. Im Alltagstest sind kaum Unterschiede spürbar. Bei permanenter LTE-Verfügbarkeit in der Hamburger Innenstadt und gelegentlichem Telefonieren, Surfen, Musikhören und Nutzen von Diensten wie Facebook und Co. ist beim 5c kein wirklicher Unterschied zum iPhone 5 zu erkennen. Das iPhone 5s hingegen hielt im Schnitt fast einen halben Tag länger durch. Allerdings war das gefühlt zu wenig, als dass man das Gerät nach einiger Zeit nicht doch wieder jeden Abend an die Steckdose hängt, um nicht am nächsten Mittag mit leerem Akku dazustehen. Solange die Industrie hier nicht einen großen Schritt nach vorne macht und die Kapazität der Geräte verdoppelt, kommt man als Otto-Normal-Nutzer wohl auch weiter nicht drumhin, das Smartphone täglich aufzuladen.
Fazit: Auf den zweiten Blick kann das iPhone 5c durchaus überzeugen, wenn auch weniger mit neuer Technik als vielmehr mit einem konsequenten Design. Beim iPhone 5s gibt es wenig zu beanstanden. Auf der Minus-Seite steht bislang vor allem der hohe Preis. Dafür funktionieren die neuen Features tadellos und machen das Gerät zu einem würdigen Nachfolger für das iPhone 5.

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