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Krieg der Kochlöffel: Burda kontert Chefkoch

Seit Monaten ist klar: Gruner + Jahr verlängert seinen Web-Erfolg Chefkoch.de mit einem eigenen Print-Magazin. Seit Wochen steht der Start am 10. Oktober fest. Seit Montag wissen wir: Burda kommt den Hamburgern zuvor. Überraschend bringt der Verlag Das Kochrezept, ein Spin-off der gleichnamigen Online-Plattform, an den Kiosk. Erstverkaufstag: 9. Oktober. Im Küchenjargon hieße das wohl: Burda will G+J die Suppe versalzen. Oder anders: Burda will einen Stück vom Kuchen des Rezepte-Geschäfts.

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Tatsächlich starten die beiden Neulinge in einem bereits existenten Markt. Bauer beackert dieses Feld schon länger mit Mein Lieblingsrezept. Im Heft finden sich überwiegend Leser-Kreationen. Für den Einsender gibt es zur Belohnung 25 Euro. Auch wenn alle Gerichte noch einmal nachgekocht werden, lässt sich kaum günstiger Print-Content produzieren.

Das Konzept von Das Kochrezept funktioniert ähnlich: "Das Foodmagazin verlängert das umfangreiche Angebot der gleichnamigen Webseite und vertieft spezielle Lieblingsthemen der User im Heft“, erklärt Nina Winter, Director Marketing & Operations von Burda Food.net.

Vor allem die Anleihen an Chefkoch sind nicht zu übersehen. Laut Pressemitteilung will das Burda-Magazin "60 herbstliche Leibspeisen der Online-User geschmackvoll in Szene setzen". Davor werden diese von "Profis saisonal ausgewählt“ und "raffiniert variiert“. Die Druckauflage liegt bei 250.000 Exemplaren und der Probierpreis bei 1,30 Euro. Um so richtig Druck auf den Vertriebskessel zu bringen, ist der Verlag zudem bereit, 1,3 Millionen Euro in eine Werbekampagne zu stecken.

Gruner + Jahr buttert allerdings noch mehr Geld in die Werbung. Die Einführungskampagne von Chefkoch soll über ein Bruttowerbevolumen von fünf Millionen Euro verfügen.

Unter dem Claim „Jeder kann Chefkoch“ präsentiert auch der G+J-Neuling die besten Kreationen ihrer Community. "Der neue Food-Titel aus dem Verlagshaus Gruner + Jahr bietet eine Auswahl der am besten bewerteten Rezepte von Chefkoch.de“, erklären die Hamburger ihr Print-Rezept. "Chefkoch.de ist mit 9,62 Millionen Unique Usern Europas größte Kochplattform und verfügt über eine Sammlung von über 240.000 Rezepten.“ Laut IVW erreichte Chefkoch.de im August 32,6 Millionen Visitors. Das Kochrezept kam dagegen auf lediglich 1,58 Millionen.

Auch Chefkoch lässt dann noch einmal Profis an den Redaktionsherde, die die Speisen testen und abschmecken. Verfeinert werden diese dann noch zusätzlich mit den "klügsten User-Ratschlägen“. In das erste Heft haben es 52 Gerichte geschafft. "Das Chefkoch-Magazin bietet die höchste ‚Das schmeckt mir wirklich‘-Wahrscheinlichkeit, denn alle Rezepte sind tausendfach erprobt, nachgekocht, überprüft, bewertet und verbessert“, verspricht Chefredakteur Jan Spielhagen. “Ich glaube, dass wir mit diesem Konzept in fünf Jahren Deutschlands größtes Kochmagazin sein können.“

So ähnlich die Konzepte der Burda- und G+J-Titel auch sind, unterscheiden sie sich wenigstens im Geschmack ihrer Covergestaltung. Allerdings: Beide setzen zum Start auf italienische Küche. Chefkoch serviert Nudeln, bei Das Kochrezept gibt es Pizza. Spätestens am Mittwoch stellt sich dann die naheliegende Frage, welches Heft dem Leser besser schmeckt.

Für alle Kalauer-Feinschmecker hier noch ein paar Bonus-Wortspiele zum Koch-Duell zwischen Burda und G+J. Wohl bekomm’s. 

– Zu viele Verlags-Köche verderben den Print-Brei.
– Der Heft-Inhalt muss dem Leser und nicht den Verlagsmanagern schmecken.
– Diese News schmeckt Gruner nicht.
– So kocht Burda die Konkurrenz ab.
– Will Burda Chefkoch verspeisen?
– Nimmt Burda Gruner + Jahr die Butter vom Brot?

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