“DSDS” künftig mit mehr Soap-Elementen

Aus einer der schärfsten Kritikerinnen wird eine Jurorin: Am Sonntag gab RTL die Verpflichtung von Marianne Rosenberg in der nächsten Jury von “Deutschland sucht den Superstar” bekannt. Dort stößt die Schlagersängerin auf die Mia-Frontfrau Mieze und Rapper Kay One. Für RTL ist die Personalie ein Coup. Immerhin hatte die 58-jährige Rosenberg Dieter Bohlen einst als “Arschloch der Nation” bezeichnet. Auch am Showkonzept haben die Kölner gefeilt: Mit mehr Freiheiten für die Kandidaten sind Konflikte programmiert.

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Eben dieses “Arschloch der Nation” wird allerdings ab 2014 ihr neuer Jury-Chef. “Da wird nur Einheitsbrei produziert, und den Jurymitgliedern geht es vor allem um sich selbst. Dort findet genau das statt, wogegen ich immer angekämpft habe", zitierte die Nachrichtenagentur dpa die Sängerin schon 2008. Drei Jahre später interviewte die Bild-Zeitung die 58-Jährige erneut zum Thema Casting-Shows. Zu Bohlens Rolle sagte der Schlager-Star: "Wenn jemand so gut das Arschloch der Nation spielt, wollen die Leute das einfach sehen. Die haben mehr Spaß daran, wenn jemand niedergemacht wird, als dass jemand etwas Nettes und Aufbauendes sagt.”
2013 begründet die Rosenberg ihren Einstieg beim ehemals verhassten “DSDS” so: "Ich war 13 als ich selbst an einem Casting teil nahm und einen Plattenvertrag gewann. Ich weiß, wie man sich fühlt, wenn man da steht. Schutzlos, ausgeliefert, Panik vor der eigenen Courage. Seit über 40 Jahren mache ich Musik, bin Interpretin, Autorin, Produzentin, ich kenne das Showbusiness wirklich in- und auswendig. Und darum habe ich auch Tipps und Rat für die jungen Kandidaten. Der wichtigste: Sei du und versuche nicht, jemand anderer zu sein. Lass dich nicht verbiegen."
In der elften Staffel sollen die Teilnehmer unter dem Motto "Kandidaten an die Macht" mehr Einfluss nehmen können auf ihre Auftritte im Casting und in den Live-Shows. Dass sich RTL davon nicht nur mehr Selbstbestimmung verspricht, sondern auch eine gute Portion Drama, lässt man in der Pressemitteilung schon durchscheinen: “Stärker als bisher wird gezeigt, wie sich die Kandidaten auf ihrem Weg bei DSDS in die Auswahl ihrer Songs, in deren Interpretation, in die Wahl ihrer Outfits und in die Choreographie einbringen und dabei natürlich auch in Konflikt mit ihren Mitkonkurrenten und den Vocalcoaches, Choreographen, Stylisten etc. geraten.”
Im Gegensatz zu reinen Musikformaten wie "The Voice" setzte RTL mit "DSDS" schon seit jeher auf Soap-Anleihen, um die bis dato junge Zielgruppe an die Kandidaten zu binden. Wer knutscht mit wem? Wer hat sich mit wem verkracht? Und wer strauchelt in den Proben? "Mehr Freiheit" bedeutet für die neue Staffel also auch mehr Potenzial für neue Konflikte.
Zuletzt hatte “DSDS” mit schwachen Quoten zu kämpfen. Die zehnte Finalsendung war mit 4,63 Mio. Zuschauern (16,3%) und 2,56 Mio. 14- bis 49-Jährigen (24,4%) die bisher schwächste. Immerhin konnte Schweizerin Egli der Show offenbar auch ein paar neue Zuschauer bescheren, nachdem die Sendung zeitweise unter die Vier-Millionen-Marke gerutscht war. Das Engagement von Rosenberg ist ein klarer Hinweis darauf, dass RTL auch in der neuen Staffel der Schlagermusik eine größere Bühne bieten will. Wie Bushido-Homie Kay One und Elektropopperin Mieze das finden, kann man sich schon vorstellen.

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