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„Madsack 2018“: DJV befürchtet GAU

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) bezeichnet den Plan der Mediengruppe Madsack, eine Zentralredaktion für ihre Zeitungstitel aufzubauen, als "Schlag gegen die Medienvielfalt". MEEDIA hatte am Mittwoch über das Zukunftsprogramm "Madsack 2018" berichtet. Die Redaktion soll Hannoversche Allgemeine, Leipziger Volkszeitung und Co. mit überregionalen Mantelseiten versorgen. Damit würden eine ganze Reihe von Vollredaktionen verschwinden. DJV-Chef Michael Konken befürchtet einen "publizistischen GAU".

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Die Zentralredaktion, die von fünf Chefredakteuren der Hannoveraner Mediengruppe konzipiert wird, gehört zu dem Zukunftsprogramm "Madsack 2018". Als Grund für den Aufbau der zentralen Redaktion, die ausschließlich überregionale Themen recherchieren und produzieren soll, nennt Madsack-Konzerngeschäftsführer Thomas Düffert die notwendige Konzentration auf regionale und lokale Inhalte. Diese sei "die Basis von allem". Entsprechend solle die neu aufzubauende Redaktion den Blättern die überregionalen Themen quasi abnehmen. Düffert: "Die überregionale Berichterstattung wird besser, wenn wir sie mit den vereinten Kräften der ganzen Gruppe gestalten."
Eine Reihe anderer Zeitungsverlage (u.a. DuMont, WAZ) haben solche Mantelredaktionen bereits erprobt. Wie viele Mitarbeiterstellen in den Redaktionen durch eine solche Zusammenlegung wegfallen würden, sagt die Mediengruppe Madsack derzeit nicht. Dass Stellen wegfallen, dürfte aber ziemlich sicher sein. Wobei es konsequent wäre, wenn die entsprechenden Stellen ins Regionale bzw. Lokale verlagert würden.
DJV-Chef Konken sagt: "Wenn in den Mantelteilen von Hannoverscher Allgemeinen, Ostsee-Zeitung und Kieler Nachrichten die gleichen Inhalte geliefert würden, wäre das ein publizistischer GAU." Die Attraktivität des Mediums Zeitung könne "weiter sinken". und weiter: "Wir erwarten von der Madsack-Geschäftsführung, dass sie ihre Pläne überdenkt und sorgfältig die Risiken abwägt. Keinesfalls dürfen journalistische Arbeitsplätze untauglichen Zukunftsvisionen geopfert werden."

Auf Nachfrage von MEEDIA hatte eine Sprecherin der Mediengruppe bereits gesagt, dass die Manteilteile der einzelnen Blätter – Madsack gehören 18 Tageszeitungen – sich weiterhin unterscheiden werden und es keinesfalls ein einheitliches Mantelprodukt geben werde. Das endgültige Konzept für die Zentralredaktion werde derzeit noch entwickelt. Die Hauptstadtredaktion in Berlin, die für alle Madsack-Titel zuliefert, bleibt den Angaben zufolge unverändert bestehen.

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