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Was wäre Instagram heute wert?

Es sah wie ein Panikkauf aus: Weil Facebook scheinbar das mobile Internet nicht verstanden hatte, kaufte es wenige Wochen vor dem Börsengang den aufstrebenden Foto-Dienst Instagram. Kaufpreis: rund 1 Milliarde Dollar. Das Kopfschütteln setzte reflexartig ein, zumal Instagram zu dem Zeitpunkt null Dollar umsetzte. 18 Monate später freut sich Facebook nun über den größten Übernahme-Coup seiner Unternehmensgeschichte. Wenn Instagram wie Twitter an die Börse gehen würde, wäre die Foto-App heute ein Vielfaches wert.

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Es sah wie ein Panikkauf aus: Weil Facebook scheinbar das mobile Internet nicht verstanden hatte, kaufte es wenige Woche vor dem Börsengang dem aufstrebenden Foto-Dienst Instagram. Kaufpreis: rund 1 Milliarde Dollar. Das Kopfschütteln setzte reflexartig ein, zumal Instagram zu dem Zeitpunkt null Dollar umsetzte. 18 Monate später freut sich Facebook nun über den größten Übernahme-Coup seiner Unternehmensgeschichte. Wenn Instagram wie Twitter an die Börse gehen würde, wäre die Foto-App heute ein Vielfaches wert.

Der Paukenschlag kam Ostermontag vergangenen Jahres: Facebook leistete sich die mit Abstand größte Übernahme der noch jungen Unternehmensgeschichte – das weltgrößte Social Network übernahm Instagram für 1 Milliarde Dollar.

Dabei wurde die boomende Smartphone-App gerade mal 18 Monate zuvor gegründet. Es sah aus, als hätte Facebook aus Ermangelung eines eigenen guten Foto-Angebots in seiner mobilen App für die 30 Millionen-Community gnadenlos überbezahlt.

Facebooks You Tube-Moment

Wiederum 18 Monate später würde das wohl niemand mehr behaupten. Im Gegenteil: Instagram war mit Abstand die smarteste Entscheidung des noch jungen CEOs Mark Zuckerberg, der wenige Wochen vor dem IPO bewiesen hatte, dass er keine Risiken scheut und – wie Google – bereit ist, großes Geld auf den Tisch zu legen, wenn etwas in der eigenen Wachstumsstrategie fehlt.

Schon damals wiesen wir darauf hin, dass der Kauf Facebooks YouTube-Moment war – der Augenblick, als Facebook wie einst Google handelte und sich für viel Geld "das next big thing" sicherte. YouTube ist heute zweifellos ein Vielfaches der 1,65 Milliarden Dollar wert, die Google im Sommer 2006 bezahlte.

Dass viel Geld schnell zu noch viel mehr Geld werden kann, wenn man sich das richtige Unternehmen im richtigen Augenblick sichert, bewies nicht zuletzt Jahre zuvor eBay mit seiner Übernahme von PayPal, für das der Online-Auktionator 2005 gerade mal 1,5 Milliarden Dollar hinblätterte. Acht Jahre später ist PayPal der eigentliche Treiber des 70-Milliarden-Kolosses eBay.

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Das Jahr von Instagram: Mindestens fünf Milliarden Dollar wert

Und Instagram? Besonders das kommende IPO von Twitter lässt das Scheinwerferlicht auf die boomende Foto-App scheinen. Es ist unstreitbar Instagrams Jahr: Ein Promi nach dem anderen entblättert sich zuerst auf Instagram – Rihanna, Justin Bieber und Miley Cyrus lassen grüßen.

Wie viel wäre die Facebook-Tochter nun wert, wenn sie unabhängig geblieben wäre? Die Frage ist so hypothetisch wie vage zu beantworten – fest steht nur: deutlich mehr. Zumindest 5 Milliarden Dollar, findet der kanadische Vermögensverwalter Eric Jackson, der darauf hinweist, dass Instagram seine Nutzer binnen der letzten eineinhalb Jahre auf 150 Millionen verfünffacht hat.

"Instagram hat Geld auf dem Tisch liegen lassen"

Twitter kommt unterdessen auf 250 Millionen und eine Bewertung von wohl bis zu 15 Milliarden Dollar, kann dabei aber im Gegensatz zu Instagram ein nachhaltiges Geschäftsmodell vorweisen.  

"Instagram ist tatsächlich aber wohl weit mehr als 5 Milliarden Dollar wert, wenn das Unternehmen damit beginnen würde, Anzeigen zu verkaufen", folgert Jackson in der Online-Ausgabe des Forbes Magazin. "Wenn es jemals ein junges Unternehmen gegeben hat, dass durch eine Übernahme Geld auf dem Tisch hat liegen lassen, dann ist das Instagram." Wie viel, wird man wohl nie erfahren.

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