Anzeige

Alle Infos zu den neuen AGF-Internet-Quoten

Spannende Entwicklungen bei der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung AGF. Wie bereits bekannt, wird ab sofort gemeinsam mit Nielsen ermittelt, welche TV-Sendungen im Internet besonders oft gesehen werden. Auf dem AGF-Forum in Frankfurt stellte Robert Schäffner von der IP Deutschland nun das Verfahren vor. Die Messung findet demnach in einem Hybrid-Verfahren aus Voll-Erhebung und Panel statt, erste Ergebnisse zeigen, dass besonders 14- bis 29-Jährige TV-Programme im Netz schauen.

Anzeige

Spannende Entwicklungen bei der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung AGF. Wie bereits bekannt, wird ab sofort gemeinsam mit Nielsen ermittelt, welche TV-Sendungen im Internet besonders oft gesehen werden. Auf dem AGF-Forum in Frankfurt stellte Robert Schäffner von der IP Deutschland nun das Verfahren vor. Die Messung findet demnach in einem Hybrid-Verfahren aus Voll-Erhebung und Panel statt, erste Ergebnisse zeigen, dass besonders 14- bis 29-Jährige TV-Programme im Netz schauen.

Auch wenn der Vertrag mit Nielsen erst vor Kurzem unterschrieben wurde, erste Messungen finden zu Testzwecken schon seit einigen Monaten statt. Auf Nielsen fiel die Wahl, da durch die hohe Fragmentierung des Internets – Millionen Websites, die genutzt werden, ein größeres Panel nötig war als das existierende GfK-TV-Panel mit 11.000 Personen, darunter 7.500 Onlinern. Nielsen verfügt bereits über eins mit 25.000 Personen, mit dem u.a. die Internetnutzung von Websites ermittelt wird, dieses wird nun auch für die neuen Netz-Quoten verwendet.

Ein Panel ist wichtig für die neuen Daten, da sie ähnlich wie die TV-Quoten natürlich auch Erkenntnisse über Alter, Geschlecht und andere Faktoren der Zuschauer liefern sollen. Ergänzt wird das Panel in dem AGF-Nielsen-Hybrid-Modell aber durch eine Voll-Erhebung. Mit Hilfe eines Programm-Codes, der in die Videoplayer der an der Messung teilnehmenden Anbieter eingebaut wird, lässt sich die komplette Zahl aller Abrufe eines bestimmten Videos messen – allerdings eben anonym und ohne Erkenntnisse über den Zuschauer/Nutzer. Panel und Vollerhebung ergänzen sich also und sorgen für qualitativ hochwertige Daten.

Nachteile gibt es aber natürlich trotzdem. So führt die Methodik der Vollerhebung dazu, dass eben nicht der gesamte Videokonsum im Netz erfasst werden kann, sondern nur die Angebote der an der Messung teilnehmenden Unternehmen. Ein Beispiel: Schaut sich jemand eine ZDF-Sendung in der Sender-eigenen Mediathek an, wird sie gemessen. Schaut er sie sich über Anbieter wie YouTube an, wird sie nicht gemessen, da dort der Nielsen-Code nicht eingebaut wurde. Sprich: Vorerst spielt für die neuen Zahlen nur die Nutzung der Sender-eigenen Angebote wie Mediatheken eine Rolle. Die AGF zeigt sich aber offen für alle anderen Video-Anbieter. Jeder könne an der Messung teilnehmen – vom Verlag bis zum Giganten wie Youtube.

Die Vollerhebung mit dem Nielsen-Code funktioniert inzwischen so gut, dass die dadurch gewonnen Zahlen zu 97% den von den Sendern selbst gemessenen entsprechen – ein einheitlicher Standard ist also geschaffen. Erste Ergebnisse der Vollerhebung sollen schon im November oder Dezember veröffentlicht werden – und zwar in Form von regelmäßigen wöchentlichen Top Tens der meistgesehenen Programme der Sender. Einen ersten Blick auf die aktuellen Vox-Charts gab es auf dem AGF-Forum: Platz 1 bis 5 ging hier an die fünf "Shopping Queen"-Folgen der entsprechenden Woche.

Im nächsten Schritt werden ab Anfang 2014 dann auch die Alters-Strukturen der Zuschauer veröffentlicht. Auch hier gab es einen ersten spannenden Blick. So sind die Netz-Zuschauer erwartungsgemäß deutlich jünger als die TV-Zuschauer. 64% der "Shopping Queen"-Seher waren im Netz beispielsweise im Alter von 14 bis 29. Im Fernsehen stammen bei derselben Vox-Sendung nur etwa 22% aus dieser Altersgruppe. Auch vergleichsweise ältere Programme erreichen im Netz ein deutlich jüngeres Publikum. Die Netz-Zuschauer der RTL-Serie "CSI" sind beispielsweise zu 51% zwischen 14 und 29 Jahre alt, im Fernsehen sind sie es nur zu 12%.

Wie sieht nun der weitere Fahrplan der neuen Internet-Quotenmessung aus?

– Im November oder Dezember beginnt die Ausweisung der Top-Tens aus der Vollerhebung

– Anfang 2014 gibt es zusätzlich mit Hilfe der Panel-Daten demografische Merkmale der Zuschauer und die Verweildauer

– Im weiteren Verlauf des Jahres 2014 sollen auch Apps in die Messung einbezogen werden, außerdem nach Hoffnung der AGF mehr Anbieter

– Schließlich soll es möglich sein, Werbekampagnen über alle Anbieter hinweg zu messen und die Sendungs-Daten aus dem Netz sollen mit denen aus dem herkömmlichen Fernsehen verknüpft werden.

Sobald die ersten Sender-Top-Tens veröffentlicht werden, wird MEEDIA natürlich ausführlich berichten und analysieren. Wie die Listen aussehen könnten, welche Sendungen profitieren könnten, haben wir bereits mit Hilfe der Mediatheken-Charts versucht, vorher zu sagen.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige