Kachelmanns zornige Medien-Abrechnung

Für die Bild-Zeitung ist es “der geilste Streit des Jahres”. Für Wetterexperte Jörg Kachelmann ist es “menschenverachtende und hasserfüllte Berichterstattung” von “Schweinen im Menschenkostüm”. Er meint damit Boulevardmedien, die über den Twitter-Zoff zwischen Boris Becker und Oliver Pocher berichten. Kachelmann, wegen der Berichterstattung zu dem Vergewaltigungsprozess gegen ihn selbst ein gebranntes Kind, nimmt die Sache zum Anlass für eine gepfefferte Generalabrechnung mit den Medien.

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Auf dem Dienst “TwitLonger” veröffentlichte Jörg Kachelmann, wie er es selbst nennt, einen “kleinen Aufsatz zum Thema @TheBorisBecker und die Medien”. Die Vorgeschichte: Auf Twitter zofften sich Boris Becker und Oliver Pocher öffentlich über Pochers Noch-Frau und Beckers Ex-Verlobte Alessandra Pocher. Der Streit wurde von den Medien ausführlich dokumentiert und begleitet.

Kachelmann schreibt nun: “Als ob die Reichspressekammer immer noch aktiv wäre und das nächste Zersetzungsziel durchtelegraphiert hätte, stürzt sich die Meute kollektiv auf einen der ehedem grössten Helden Deutschlands, formerly known als der Leimener Held von Wimbledon.” Für Kachelmann ist solche Berichterstattung eine “traditionell gleichgeschaltet wirkenden Medienhatz”. Er bedient sich mehrfach solchen Vergleichen mit dem Dritten Reich wie “Reichspressekammer” oder “gleichgeschaltet”.

Boulevard-Journalisten sind für ihn “Schweine im Menschenkostüm”. Medienhäuser “verlegerische Schweineställe”. Erpressung sei bei dem “Boulevard-Journalistenpack”, den “als Journalisten getarnten Sadisten” an der Tagesordnung. Der Wetterexperte beschreibt einen Fall, bei dem er selbst kürzlich von einer BZ-Journalistin unter Druck gesetzt worden sei. Kachelmann wenig diplomatisch: “Die (sic!) Boulevard-Schweinestall von Bild, Bunte, Gala, RTL und anderen führt dadurch ein Regime der Angst, mit denen sie Promis gleich welcher Garnitur zwingt, sich für die Alpha-Keiler und –Bachen zum Affen zu machen.”

Auch der von Kachelmann und seiner Frau geprägte Begriff des “Opferabos” fällt. Nach Kachelmanns Lesart hat Boris Becker den Fehler begangen, Frauen “teilweise als brutal und berechnend” zu schildern. Er meint damit Beckers Schilderungen in seinem Buch “Das Leben ist kein Spiel”, dass seine Ex-Frau Barbara ihn geschlagen und seine Ex-Verlobte Alessandra ihn ausgenutzt habe. Da darf ein Schlenker zu Kachelmanns Lieblingsfeindin Friede Springer nicht fehlen: “Spätestens seit Friede Springer bewiesen hat, was man als Kindermädchen ohne Abitur noch biographisch hinbekommen kann, wenn frau die ältere Nebenbuhlerin wegbekommt (als Mann bekäme sie heute das Attribut “Liebesschuft” für dieses Verhalten), sind Frauen als Täterinnen tabu.”

Und noch eine andere Dame nimmt sich der wütende Wettermann zur Brust: RTL “Exklusiv”-Moderatorin Frauke Ludowig. Die kam auch im Streit zwischen Boris Becker und Oliver Pocher vor. Becker lästerte über sie bei Twitter: “rtl.de ist immer peinlich… kennt ihr Frauke Ludowig privat? Ich könnte Euch Stories berichten…” Frauke Ludowig ließ dazu ausrichten, sie habe den Twitter-Streit amüsiert verfolgt, während sie mit ihrem Kind Vokabeln lernte. Wobei die Twitter-Lästereien mitten in der Nacht online gingen, wie Kachelmann messerscharf bemerkte. Kachelmann hat offenbar noch eine Rechnung mit Frauke Ludowig offen. Er schreibt: “Ich habe Frau Ludowig mal gesehen, bevor sie geschminkt wurde, es ist ein paar Jahre her und sie sah etwa aus wie 70. Das ist ihr gutes Recht und macht sie zu keinem schlechteren Menschen, aber wir wollen nicht wissen, wie eine Frau wie sie in Frauke Ludowigs Sendung beurteilt würde.”

Zumindest für Boris Becker hat sich der Rummel gelohnt. Sein windiges Büchlein “Das Leben ist kein Spiel” landet auf der Amazon-Bestsellerliste prompt auf Platz 1 und bei Twitter bedankt er sich “bei allen Neugierigen”. Er denkt wahrscheinlich nun sogar, dass er mal wieder alles richtig gemacht hat. Armes Schwein.

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