Anzeige

ddp direct meldet Insolvenz an

Noch immer ist das Kapitel ddp nicht abschließend beendet: Während sich das Bundesamt für Justiz noch mit der ehemaligen Agentur-Holding HQTA AG in einem Ordnungsgeldverfahren befindet, musste der ebenfalls früher zu der Medien-Gruppe gehörige PR-Dienstleister ddp direct nun auch Insolvenz anmelden. Dabei galt der News-Aktuell-Konkurrent als profitabel, als er Ende 2012 von der norwegische NHST Media Group übernommen wurde. Möglicherweise will die Agentur ohne Altlasten noch einmal neu starten.

Anzeige

Ddp Direct-Geschäftsführer Wolfgang Zehrt und Vertriebsleiter Marcel Tippmann hatten das Unternehmen offenbar bereits im Streit mit NHST verlassen. Neuer starker Mann ist erst einmal der Insolvenzverwalter Florian Stapper.

"Der Geschäftsbetrieb der gesamten ddp direct bleibt funktionsfähig und wird in vollem Umfang weitergeführt – für die Kunden der ddp direct stehen dementsprechend alle Leistungen nach wie vor uneingeschränkt zur Verfügung", zitiert Kress.de Stapper. Alle 25 Mitarbeiter der ddp direct GmbH soll zudem bereits eine Perspektive aufgezeigt worden sein.

Verantwortlich für den Insolvenzantrag sollen vor allem aufgrund von Verbindlichkeiten aus der Zeit vor der Übernahme der Norweger sein. "Die Insolvenz von ddp direct ist bedauerlich, aber unausweichlich geworden. Wir werden jedoch weiterhin an einer langfristigen Investition in das zukünftige Wachstum unseres Geschäfts in Deutschland festhalten, aber wir haben nicht die Ressourcen zur Verfügung, um für Unregelmäßigkeiten aus der Zeit vor unserer Eigentümerschaft aufzukommen“, kommentiert NHST-Vorstand Andreas Emblem.

Was die Norweger genau mit „Unregelmäßigkeiten“ meinen, ist nicht ganz klar. Möglicherweise hängt es mit dem Umstand zusammen, dass es noch keine Bilanz für das Geschäftsjahr 2011 gibt. So hat das Bundesamt für Justiz gegen die HQTA AG gerade erst ein Ordnungsgeldverfahren eingeleitet, weil die Holding ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2011 noch nicht offengelegt hat.

Die HQTA hätte ihren Jahresabschluss spätestens bis zum 31. Dezember 2012 offenlegen müssen. Da dies nicht erfolgt ist, wurde ein Ordnungsgeldverfahren "nach Paragraf 335 Handelsgesetzbuch, wegen Offenlegungssäumigkeit" in die Wege geleitet. Die Frist läuft am 15. Oktober ab. Sollte die HQTA AG die Geschäftszahlen weiter nicht offenlegen, müsste das Unternehmen im Extremfall alle sechs Wochen mit einem Ordnungsgeld von 25.000 Euro rechnen.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige