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DuMont kündigt Haustarifvertrag in Berlin

Schon wieder schlechte Nachrichten für Mitarbeiter des Zeitungshauses M. DuMont Schauberg (MDS): Nachdem vergangenen Woche bekannt wurde, dass wegen Sparmaßnahmen am Haupt-Standort Köln rund zehn Prozent der Belegschaft abgebaut werden, wurde jetzt beim Berliner Verlag der Haustarifvertrag gekündigt. In dem zu MDS gehörenden Verlag erscheinen vor allem die Berliner Zeitung und das Boulevardblatt Berliner Kurier.Die Gewerkschaft rechnet damit, dass sich die Arbeitsbedingungne dort verschlechtern werden.

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Der seit 1992 geltende Haustarifvertrag des Berliner Verlags hat die Gehälter dort an die bundesweiten Tarifverträge gekoppelt. Die Gewerkschaft weist in einer Mitteilung darauf hin, dass hier nun ein Verlag aus dem Tarifgefüge ausschert, dessen Miteigentümer der Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Helmut Heinen, ist. Als DuMont 2009 den Berliner Verlag für rund 150 Millionen Euro übernahm, beteiligte sich auch Heinen mit 35 Prozent. Heinen und DuMont geben bereits gemeinsam die Kölnische Rundschau heraus.

Vor einigen Jahren wurde bereits gegen den Protest der Belegschaft die tariflose Redaktionsgemeinschaft gegründet, die alle MDS-Tageszeitungen mit Inhalten beliefert. Ursprünglich war diese dazu gedacht, bei der Berliner Zeitung, vor allem aber bei der Frankfurter Rundschau, die bis zu Ihrer Pleite zu MDS gehörte, die Kosten zu senken.

"Einer Belegschaft, die seit Jahren unter Entlassungen, Auslagerungen von Betriebsteilen und Etatkürzungen gelitten hat, sind weitere Einschnitte nicht zuzumuten“, sagte der Vorsitzende des Journalistenverbands Berlin-Brandenburg (JVBB), Alexander Fritsch. Die Kündigung des Haustarifvertrags setze zudem ein schlechtes Signal für die laufenden bundesweiten Tarifverhandlungen Tageszeitungen. Der Verlag habe der Gewerkschaft Gespräche angeboten. Dort werde auszuloten sein, welche Verschlechterungen der Verlag für die Beschäftigen anstrebt, so die Gewerkschaftsmitteilung.

Bei der Bekanntgabe der jüngsten Sparmaßnahmen in der Kölner MDS-Zentrale hieß es, dass der Verlag im vergangenen Jahr einen Rückgang von zehn Mio. Euro bei den Anzeigen-Umsätzen hinnehmen musste. Für dieses Jahr wird ein Rückgang in ähnlicher Höhe erwartet.

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