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Zeit distanziert sich von Pädophilie-freundlichen Texten

Giovanni di Lorenzo hat sich von einigen Texten Rudolf Walter Leonhardts zur Pädophilie-Debatte in den Sechzigern distanziert. Er sei "von Zeile zu Zeile mehr beschämt" gewesen, "dass so etwas den Weg in die 'Zeit' finden konnte", sagte er dem Spiegel. Der langjährige Feuilleton-Chef hatte 1969 eine dreiteilige Serie mit dem Titel "Unfug mit Unschuld und Unzucht" veröffentlicht.

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Es sei "grotesk, welch bildungsbürgerlicher Aufwand betrieben worden ist, um die eigentliche Aussage zu kaschieren, Fummeln mit Kindern sei nicht so schlimm", erklärt di Lorenzo im Spiegel weiter. Dieser zitiert auch den Parteienforscher Franz Walter, der momentan die pädophilen Strömungen in der Gründungszeit der Grünen analysiert: "Im Gegensatz zu dem, was Leonhardt geschrieben hat, sind manche Funde, die wir zu Grünen-Politikern gemacht haben und die für große Aufregung sorgen, geradezu läppisch."
In diesem Kontext erwähnt der Spiegel auch eigene Veröffentlichung zum Thema. Darunter einen Artikel aus dem Jahr 1980, der die Protagonisten der "Pädo-Bewegung" als "schmusende und tätschelnde Pädos" verharmlost, als Menschen "selbst meist kindlichen Gemüts", die "ein adäquates Interesse an ihren kleinen Liebes-Partnern haben". Der Spiegel sei laut Walter aufgrund seiner "manchmal schnoddrigen Art zu berichten", dabei weniger in die Gefahr geraten, "sich auf die Seite der Pädophilen zu schlagen". Allerdings hätte sich die Bewegung damals nicht nur auf eine kleine, linke Szene beschränkt, sondern sei über die Zeit und den Spiegel ins Bildungsbürgertum gedrungen.

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