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Stellenabbau und Sparkurs bei DuMont

Der Kölner Traditions-Zeitungsverlag M. DuMont Schauberg reagiert mit Stellenabbau und Umstrukturierungen auf den anhaltenden Anzeigenrückgang. Bis Ende 2014 werden in Verwaltung, Verlag und Druckzentrum in Köln 84 der insgesamt 850 Stellen wegfallen. Das teilte der Verlag am Mittwoch mit. Für 2013 erwartet der Verlag erneut einen Rückgang beim Anzeigenumsatz in Höhe von rund 10 Mio. Euro. Besserung sei nicht in Sicht. Der Betriebsrat zeigt sich bestürzt und kündigt Widerstand an.

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Um flexibler zu sein, will DuMont den Anzeigenverkauf, den Zeitungsverkauf und die Verlagswerbung in die schon bestehende Tochtergesellschaft MVR Media Vermarktung Rheinland GmbH integrieren und, wie es heißt “inhaltlich neu aufstellen”. DuMont-Geschäftsführer Philipp M. Froben sagt dazu: “Mit der Fokussierung auf den Kernbereich der originären Verlagstätigkeiten in einer Vermarktungsgesellschaft wird die neue Organisation künftig noch schneller und effektiver auf die Bedürfnisse und Wünsche unserer Kunden reagieren können.” Bei DuMont heißt es, dass die Mitarbeiter, die in die Tochterfirma wechseln, nicht schlechter gestellt werden, es gelte der Bestandsschutz. Tatsache aber ist: M. DuMont Schauberg ist tarifgebunden, die MVR nicht. Unterm Strich wird es wohl dich auch darum gehen, kostengünstiger zu arbeiten.
Darum werden bis Ende 2014 auch 84 Stellen in diesen Bereichen abgebaut. Geschäftsführer Karl-Heinz Goßmann: “Die nun beschlossenen Schritte sind für alle betroffenen Mitarbeiter von einschneidender Tragweite. Dennoch sind sie notwendig. Denn ohne ein wirtschaftlich solides Fundament können Medienhäuser nicht mehr auf die Umbrüche am Markt reagieren und die so wichtigen Investitionen in die Zukunftsfähigkeit tätigen.” Ein Stellenabbau in dieser Größenordnung ist für das Kölner Stammhaus des traditionsbewussten Verlages ein absolutes Novum.

2012 hat DuMont einen Rückgang beim Anzeigen- und Beilagengeschäft in Höhe von 10 Mio. Euro hinnehmen müssen. 2013 rechnet der Verlag mit Rückgängen in ähnlicher Höhe und auch 2014 sei keine Besserung des klassischen Print-Anzeigengeschäfts zu erwarten. In dem Kölner Verlag erscheinen u.a. der Kölner Stadt-Anzeiger, der Express und die Kölnische Rundschau.
Update: Der Betriebsrat von M. DuMont Schauberg zeigt sich bestürzt über die Pläne. Es solle außerdem ein Teil des Druckzentrums geschlossen werden, ein Teil der Zeitungen solle künftig von Fremdfirmen gedruckt werden. Der Betriebsrat spricht von insgesamt 250 betroffenen Personen. "Der Betriebsrat von MDS ist bestürzt über die Pläne der Geschäftsführung und protestiert scharf gegen die geplanten Entlassungen. Er wird sich in den kommenden Monaten mit aller Kraft für die Rechte der betroffenen Kolleginnen und Kollegen einsetzen", heißt es in einer Mitteilung. Es wurde bereits ein Anwaltsbüro beauftragt, das den Betriebsrat beraten soll. Für den 2. Oktober hat der Betriebsrat zu einer Betriebsversammlung bei MDS in Köln eingeladen.  

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