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iPhone 5c getestet: das i ohne Oh-Faktor

Eigentlich kann einem das iPhone 5c leid tun: Zeitgleich mit dem iPhone 5s präsentierte Apple das iPhone 5c. Während der Nachfolger des iPhone 5 bereits nach wenigen Stunden restlos ausverkauft war, ist das Plastikmodell weiterhin gut verfügbar. Direkt zum Start hatte das Gerät nämlich schon mit dem wohl größten Manko zu kämpfen: dem Preisstempel von mindestens 599 Euro. Für 100 Euro mehr bekommt man schon das üppig ausgestattete 5S. MEEDIA hat das Plastik-Phone aus Cupertino einem ersten Test unterzogen.

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Während sich beim iPhone 5s die Debatte vor allem am Fingerabdruckscanner Touch ID aufzog, dreht sich beim iPhone 5c alles um den Look. Schon während der Keynote mehrten sich die Kritiker im Web, die eine Plastikhülle für Apple-unwürdig hielten. Buntes Plastik und Apple? Wer das für ungewöhnlich hält, der kennt den Konzern vermutlich erst seit dem iPhone. Die ersten iMacs revolutionierten in den Neunzigern mit buntem Plastik des Desktop-Rechner-Design. Und der Konzern aus Cupertino baute lange Zeit erfolgreich das iPhone 3GS, das wie sein Vorgänger 3G über ein – allerdings schwarzes – Kunststoffgehäuse verfügte.

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Aber ist die Verarbeitung des iPhone 5c denn nun Apple-unwürdig? Nimmt man das iPhone 5c zum ersten Mal in die Hand, dann merkt man schnell: Billig wirkt das nicht. Nichts knarzt, das Gehäuse lässt sich nicht eindrücken oder verbiegen. Denn unter der Kunststoffhülle ist ein Metallrahmen versteckt, der wie beim iPhone 4 und iPhone 5 als Antenne dient. Die Verarbeitung ist einwandfrei, das Plastik schließt schön mit dem Display ab. Ein interessanter Effekt: Obwohl das Gehäuse breiter, länger und höher als das des iPhone 5 bzw. iPhone 5s ist, wirkt das iPhone 5c weitaus schmaler. Eine optische Täuschung, die das Auge aufgrund der farbigen Umrandung in Kombination mit dem dunklen Display (im ausgeschalteten Zustand) verwirrt.
Die verfügbaren Farben sind Geschmackssache. Im Test stand uns ein zitronengelbes Modell zur Verfügung. Die Gehäusefarben lassen sich zusätzlich mit sechs unterschiedlichen Hüllen kombinieren. Diese sind auf der Innenseite mit schonendem Mikrofleece gefüttert und geben mit vielen runden Aussparungen den Blick frei auf die eigentliche Gehäusefarbe. Was das Auge des Betrachters allerdings stören könnte, sind die diversen obligatorischen Zertifikatsstempel auf der Rückseite. Fallen diese sonst kaum auf, wird das Schriftbild durch die Punkte auseinandergerissen. Das ist tatsächlich Apple-untypisch, allerdings haben die Designer auch keinen Einfluss auf den Look der Zertifikatsstempel.
Ganz im Gegensatz zur Weiterführung des Farbschemas in iOS 7. Denn die diversen Gehäusefarben finden sich auch im neuen mobilen Betriebssystem von Apple wieder. Wer zudem ein iPhone 5c in Blau kauft, bekommt dazu auch den Home-Screen in der passenden Farbe mitgeliefert. Das gefällt.
Zur Technik: Das iPhone 5c ersetzt das iPhone 5. Und dennoch ist es nicht durch und durch alte Technik in neuem Gewand. Was viele Nicht-Telekom-Kunden freuen dürfte: Genau wie das iPhone 5s unterstützt das iPhone 5c künftig alle LTE-Netze, auch die von Vodafone und O2. Die Akkulaufzeit unterscheidet sich nicht von der des iPhone 5s. Die Kamera, das Display, der Chipsatz und sonstige Komponenten stammen aus dem iPhone 5. Deswegen wird Apple neben dem iPhone 5s und 5c künftig nur noch das 4S anbieten.
Auch wenn das 5s wegen geringer Verfügbarkeit bei Ebay Mondpreise erzielt, liegen die Geräte in der einfachsten Ausführung mit 16 Gigabyte Speicher 100 Euro auseinander. Was hat das iPhone 5s für 100 Euro Aufpreis mehr zu bieten als das iPhone 5c?
– eine überabeitete Kamera für bessere Fotos und Videos bei schlechten Lichtverhältnissen
– einen neuartigen Blitz für natürlichere Hauttöne
– einen Foto-Modus für Serienaufnahmen
– einen Modus für Slow-Motion-Videos
– 20 Gramm weniger Gewicht
– einen Fingerabdruckscanner im Home-Button
– einen gesonderten M7-Chipsatz für die bessere Kontrolle der Bewegungssensoren
– ein Alu-Gehäuse
– einen neuen, schnelleren A7-Chipsatz
Dass das iPhone 5c dennoch von der schnellen Truppe ist, bewies es zuletzt bei Bestnoten im Browser-Benchmark. Dort sortierte sich das Gerät hinter dem iPhone 5s und dem G2 von LG auf Platz 3 ein.
Und dennoch wird man das Gefühl nicht los, dass das teurere iPhone das bunte Plastik-Smartphone aus Cupertino zu marginalisiert. Weniger Gewicht, geringere Maße, mehr Rechenleistung und eine bessere Kamera für 100 Euro Aufpreis: Das ist das eigentlich Dilemma des iPhones 5c. Im Vergleich zum Vorgänger iPhone 5 ist das iPhone 5c in Deutschland 79 Euro günstiger. Aber de facto ist es mit mindestens 599 Euro zu teuer, als dass man nicht bereit wäre, für 100 Euro mehr viele praktische Features hinzuzubekommen.
Anders formuliert: Wer ein iPhone 5 besitzt, der bekommt mit dem 5c einen würdigen Nachfolger. Doch sollte man dann nicht den Fehler begehen und das 5s ausprobieren. Denn das überzeugt wirklich auf ganzer Linie (MEEDIA berichtete). Kann man das iPhone 5c trotzdem guten Gewissens kaufen? Absolut. Wer es bunter mag und einen würdigen Nachfolger für das iPhone 5 sucht, der wird mit dem iPhone 5c zweifelsohne zufrieden sein.
Wer sich für das Gerät entschieden hat, sollte dann aber nicht den Fehler begehen und das iPhone 5s in die Hand nehmen. Denn dann schaut das C-Modell nicht nur ziemlich bunt, sondern auch ganz schön alt aus.

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