Was ist Apples iPhone-Rekordverkauf wert?

9 Millionen verkaufte Geräte in ganzen 72 Stunden: Apples Traumstart der zwei neuen iPhones scheint wie in früheren Bestzeiten nicht von dieser Welt. Nochmals um 80 Prozent steigerte der iKonzern die frühere Bestmarke aus dem vergangenen Jahr. Doch am Tag danach kehrt wieder Nüchternheit ein. Im vergangenen Jahr debütierte das iPhone zum Verkaufsstart schließlich nicht in China. Staranalyst Gene Munster präsentiert unterdessen seine eigene Verkaufsbilanz: Apple habe seine Absätze durch Verkäufe an Provider schöngerechnet.

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9 Millionen verkaufte Geräte in ganzen 72 Stunden: Apples Traumstart der zwei neuen iPhones scheint wie in früheren Bestzeiten nicht von dieser Welt. Nochmals um 80 Prozent steigerte der iKonzern die frühere Bestmarke aus dem vergangenen Jahr. Doch am Tag danach kehrt wieder Nüchternheit ein. Im vergangenen Jahr debütierte das iPhone zum Verkaufsstart schließlich nicht in China. Staranalyst Gene Munster präsentiert unterdessen seine eigene Verkaufsbilanz: Apple habe seine Absätze durch Verkäufe an Provider schöngerechnet.

Hat sich Apple eine einjährige Auszeit genommen? Oder haben Apple-Kritiker für ein Jahr in ihrer eigenen Filterbubble gelebt? Das sind die beiden Fragen, die nach den Rekordzahlen zum Verkaufsstart unmittelbar aufkommen: Wie konnten die zurückhaltenden Schätzungen, die sich zwischen 5 und 6 Millionen verkauften iPhones bewegten, sich so weit von den dann veröffentlichten Verkaufszahlen  entfernen?

Apple-Staranalyst Gene Munster, der sich zum Startwochenende auf maximal sechs Millionen iPhones festgelegt hatte, präsentierte gestern eine neue Theorie, die für Apple nicht spektakulär ausfällt. Munsters These: Unterm Strich hat Apple gar nicht 9 Millionen abverkauft, sondern nun 5,5 Millionen iPhones. Die restlichen 3,5 Millionen iPhones habe Apple einfach „dazugebucht“.

Lieferungen an Provider statt tatsächlicher Abverkäufe verbucht?

Wie das geht, erläutert Gene Munster von Piper Jaffray: Die 3,5 Millionen iPhones wären „channel fills“, also in einem Rutsch verbuchte Verkäufe an die Mobilfunkprovider, nicht aber die tatsächlich auch getätigten Abverkäufe. Weil das günstigere iPhone 5c aber weiter ohne Schwierigkeiten sowohl bei Apple als auch den Vertriebspartnern erhältlich sei, zweifelt Munster an, wie hoch die Nachfrage tatsächlich sei.

Hat Tim Cook also getrickst, um nach einem Jahr der enttäuschten Nachrichten den großen Befreiungsschlag zu präsentieren? Selbst wenn Munster mit seiner Hypothese recht behält, hätte Apple aber immer noch mehr verkauft als im Vorjahr, als 5 Millionen iPhone 5 zum Verkaufsstart über die Ladentische gingen. Allerdings wurde das neue iPhone seinerzeit nicht in China verkauft.

Analysten positiv: "Wenn sich die  Fakten ändern, ändern wir auch unsere Meinung"

Nach den Rekordzahlen ist vor der Deutung der Rekordzahlen. An der Wall Street zuckt man indes über Munsters Einwand die Achseln. „Analysten machen so was, wenn sie falsch liegen“, erklärte Marktkommentator James Cramer die Motivation von Munster, der ironischerweise jahrelang als der größte Befürworter Apples galt.

Im Zuge des dramatischen Kursverfalls von in der Spitze 45 Prozent ist Munster nun aber entsprechend defensiv geworden und hat schon dreimal sein Kursziel nach unten  revidiert. Andere Banken handeln unterdessen exakt entgegengesetzt: „Wenn sich die  Fakten ändern, ändern wir auch unsere Meinung“, schreibt der Analyst Chris Caso von Susquehanna International Group – und stuft das Kursziel für Apple drastisch von 440 auf 625 Dollar herauf. Bleibt die Frage nach den Fakten…

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