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So gut ist das neue Apple iPhone 5s

Apple hat es Kritikern und Analysten gezeigt: In nur drei Tagen hat der Konzern aus Cupertino neun Millionen der neuen iPhones verkauft. Rekord! Vor allem das iPhone 5s ist überall ausverkauft. Ist das Smartphone wirklich so gut? Oder ist es nur der simple Nachfolger des iPhone 5 - also mehr Optimierung als Neuauflage? MEEDIA konnte das Gerät einem ersten Intensivtest unterziehen. Und der fällt mehr als positiv aus: Apple hat seinen Bestseller konsequent verbessert. Vor allem die neue Kamera kann überzeugen.

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Touch-ID: ziemlich praktisch
Doch beginnen sollte der Testbericht mit einer anderen Komponente, über die sich die Tech-Welt dieser Tage heftig auslässt. Die Rede ist von Touch-ID, dem neuen Fingerabdruckscanner im Home-Button des iPhone 5s. Schon vor dem Verkaufsstart war auf einer Crowdfundingseite ein Preis für denjenigen ausgelobt worden, der es schafft, das System zu knacken. Am Montag war es dann soweit: Der Chaos Computer Club präsentierte einen Trick, wie sich das Modul mit einem eingescannten, optisch bereinigten und auf eine spezielle Folie mit speziellem Druckmodus reproduzierten Fingerabdruck austricksen lässt.
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Schnell und alltagstauglich ist dieser Trick nicht, sondern es wird nur bekannte Technik zum Austricksen von ähnlichen Systemen angewendet. Einen rein digitalen Hack gibt es bislang nicht. Zur Erklärung: Die Recheneinheit zur Erkennung des Fingerabdrucks des Nutzers ist nicht direkt an den Rest der Komponenten im iPhone 5s gekoppelt. Hier wird lediglich ein vom Fingerprint generierter MD5-Hash mit dem dort hinterlegten Hash abgeglichen. Gibt es eine Übereinstimmung, ist der Weg frei. Gibt es keine Übereinstimmung, kommen Langfinger nicht weiter.
Im Test kann der Sensor überzeugen. Wem es auf Dauer zu umständlich war, mehrmals am Tag einen Passcode einzugeben, der wird dankbar sein für das neue Feature. Die einmalige Einrichtung nimmt rund eine Minute in Anspruch. Das Hinterlegen mehrerer Abdrücke, etwa von anderen Familienmitgliedern, ist möglich. Wichtig: Man muss das Feature nicht nutzen, sondern kann weiterhin auch eine vierstellige Ziffernfolge als Passcode eingeben.
Neuer Chipsatz: Alles läuft schneller
Die Benchmarks zeichnen ein eindeutiges Bild: Das iPhone 5s ist das derzeit schnellste Smartphone der Welt. Und das, obwohl Apple nur einen Dual-Core-Prozessor verbaut hat. Längst sind vier Rechenkerne schon Standard bei der Konkurrenz. Beim Benchmarktest mit Browsermark 2.0 setzt sich das iPhone 5s souverän an die Spitze, nur das G2 von LG kann halbwegs Anschluss halten. In der Praxis lassen sich die Millisekunde Vorsprung kaum messen – zumindest nicht subjektiv. Aber Fakt ist: Alles beim iPhone 5s läuft schneller. App im App Store suchen, herunterladen, starten – was bei der Vorgänger-Version noch Verzögerungen mit sich brachte, läuft nun ultra-flüssig. Die versprochene Verdopplung der Rechnen- und Grafikgeschwindigkeit macht sich auch beim Aufnehmen von Bildern und Videos bemerkbar.
Überzeugen kann hier das Slow-Motion-Video-Feature, bei dem das iPhone 120 Bilder pro Sekunde aufnimmt. Anschließend kann der Nutzer festlegen, welcher Teil des Clips stark verlangsamt abläuft. Die Masse an Daten verarbeitet das Gerät problemlos. Über eine Art Paparazzo-Modus lassen sich zudem mehrere Bilder pro Sekunde schießen. iOS 7 schlägt aus der Serienaufnahmen dann die Favoriten vor, auf denen etwa die Personen ruhig standen und die Beleuchtung optimal ist. Kurzum: Das iPhone 5s ist eine ganze Ecke schneller als das iPhone 5. Wirklich drastische Geschwindigkeitsvorteile werden sich aber erst dann messen lassen, wenn App-Entwickler die 64-Bit-Architektur des neuen A7-Chipsatzes nutzen. Der unterstützt bis dato sämtliche 32-Bit-Apps.
Kamera: Paparazzo-Modus und Slow-Mo-Videos
Apple pocht seit jeher darauf, dass sein Smartphone die meistbenutzte Kamera der Welt ist. Basis dafür sind die Daten des Fotonetzwerks Flickr, das dem iPhone die meisten Bilder auf seiner Plattform zuweist. Während andere Hersteller in ihren Smartphones Kameras mit bis zu 42 Megapixel verbauen, bleibt Apple weiterhin bei acht Megapixeln. Dennoch hat sich einiges getan bei der Kamera. Das Linsensystem wurde überarbeitet, die Blende liegt nun bei 2.2. Zusammen mit einem Dual-LED-Blitz, der weißes und bernsteinfarbenes Licht für natürlichere Hauttöne kombinieren soll, verspricht Apple bessere Bilder bei schlechter Beleuchtung. Größere Pixel, ähnlich der von HTC propagierten “Ultra-Pixel” beim HTC One sollen die Bildqualität weiter optimieren und ein Rauschen minimieren.

Aufnahme mit iPhone 5s bei schlechter Beleuchtung ohne Blitz
Aufnahme mit HTC One bei schlechter Beleuchtung ohne Blitz
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In einem ersten Kurztest konnten wir die Bilder des HTC One mit denen des iPhone 5s bei diffuser Beleuchtung vergleichen. Wer zuvor ein iPhone 5 besaß, wird merken: Die Aufnahmen besitzen tatsächlich weniger Rauschen. Und auch wenn das Bild des HTC One weitaus heller daherkommt, entsprechen die Farben in den Aufnahmen des iPhone 5s etwas mehr der Wirklichkeit. Zusätzlich will Apple mit einem quadratischen Bildzuschnitt und einigen Foto-Filtern die Generation Instagram für sich begeistern. Die verfügbaren Filter sind allerdings recht dezent. Hier dürften die meisten Nutzer wohl weiterhin auf die Varianten von Instagram oder anderen Foto-Apps zurückgreifen.
Look
Was Apple kaum verändert hat: das Aussehen. Bis auf den überarbeiteten Home-Button und einen neuen Blitz fallen beim Formfaktor keinerlei Änderungen auf. Apple setzt hier, wie schon beim iPhone 5, auf Evolution statt Revolution. Das Gerät ist seit Jahren ein Bestseller. Der Konzern ist also gut beraten, ein auf dem Markt bewährtes Konzept nicht über Bord zu werfen.

Mit 112 Gramm ist es genau so leicht wie sein Vorgänger und bringt 20 Gramm weniger auf die Waage als das iPhone 5C mit Plastikgehäuse. Was gefällt, ist der neue Farb-Touch. Vom spekulierten Gold-Look ist ein dezenter Champagner-Ton geblieben. Das schaut edel aus, wirkt aber nicht aufdringlich oder protzig. Die “spacegraue” Variante ist eine schöne Ergänzung zum matten Schwarz.
Erstes Fazit
Apple hat seinen Bewegungssensor ausgegliedert, um in bestimmten Situationen Strom zu sparen und etwa bei Fitness-Apps mehr Genauigkeit zu liefern. Auch der Akku wurde vergrößert und soll mehr Surf- und Gesprächszeit garantieren. Inwiefern der iPhone-Bauer hier punkten kann, wird ein längerer Test zeigen, den wir in Kürze nachliefern werden. Bis dato überzeugt das iPhone 5s schon einmal auf ganzer Linie. Die Kamera liefert in Situationen mit wenig Licht bessere Bilder. Der Serienaufnahmen-Modus und die Slow-Motion-Videos machen Spaß. Alles läuft noch flüssiger, und Touch-ID verhindert (auf Wunsch) Tipp-Orgien. Was will man mehr? Ein größeres Display? Vielleicht. Aber der Vier-Zoll-Bildschirm zeigt im Vergleich zu einem 4,7-Zoll-Display wie das des HTC One einmal mehr, wie gut sich bei dieser Diagonale sämtliche Elemente ohne Umgreifen ansteuern lassen. Ärgern dürften sich allerdings dennoch viele Nutzer, die nicht zum Verkaufsstart die Apple Stores gestürmt haben. Denn einmal mehr konnte Apple die gestiegene Anfrage nicht bewältigen. Ein Opfer des eigenen Erfolgs sozusagen. Der MEEDIA-Praxistest läuft weiter. Weitere Ergebnisse folgen in Kürze.

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