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Blackberry für 4,7 Mrd. an Investor verkauft

Nur einen Handelstag nach der krachenden Warnung vor einem Milliardenverlust gab Blackberry jetzt seinen Verkauf bekannt. Der kanadische Smartphone-Pionier wird für lediglich 4,7 Milliarden Dollar vom einheimischen Versicherer Fairfax Financial übernommen. Das entspricht 9 Dollar je Aktie. Die Folge ist ein Börsenrückzug. Zu Höchstkursen vor fünf Jahren war der früher als Research in Motion firmierende Smartphone-Hersteller fast 100 Milliarden Dollar wert.

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Nur einen Handelstag nach der krachenden Warnung vor einem Milliardenverlust gab Blackberry jetzt seinen Verkauf bekannt. Der kanadische Smartphone-Pionier wird für lediglich 4,7 Milliarden Dollar vom einheimischen Versicherer Fairfax Financial übernommen. Das entspricht 9 Dollar je Aktie. Die Folge ist ein Börsenrückzug. Zu Höchstkursen vor fünf Jahren war der früher als Research in Motion firmierende Smartphone-Hersteller fast 100 Milliarden Dollar wert.   

Das Drehbuch stimmt. Just an dem Tag, an dem Apple mit bemerkenswerten iPhone-Rekordverkäufen seine Stärke demonstrierte, kapituliert der langjährige Rivale Blackberry als börsengelistete Aktiengesellschaft.

Der im kanadischen Waterloo ansässige Smartphone-Pionier erlebt buchstäblich sein Waterloo – und kündigt den Rückzug von der Börse an. Für gerade mal 4,7 Milliarden Dollar soll der früher als Research in Motion firmierende Smartphone-Hersteller an den einheimischen Finanzdienstleister Fairfax Financial gehen, der dem Großinvestor Prem Watsa gehört, der bereits zehn Prozent an Blackberry hält.

Fürchterliche Gewinnwarnung nimmt Börsenende vorweg

Die jüngsten Quartalszahlen werden desaströs ausfallen. In einer vorgezogenen Gewinnwarnung am vergangenen Freitag musste der vom deutschen Manager Thorsten Heins geführte Smartphone-Pionier eingestehen, dass die Geschäfte mit dem neuen Hoffnungsträger Blackberry 10 weiter unter den Erwartungen zurückbleiben.

Blackberry musste eine happige Gewinnwarnung in Höhe von einer Milliarde Dollar  bekannt geben, die die dramatische Kürzung von 40 Prozent der Belegschaft zur Folge hat. 4.500 Menschen verlieren durch die drakonische Maßnahme ihren Arbeitsplatz. Gleichzeitig gab Heins den Kampf um den Verbrauchermarkt an Apple und Samsung verloren.

Das iPhone leitete Blackberrys Absturz ein

Der Absturz des kanadischen Smartphone-Herstellers ist der zweite Niedergang eines kanadischen Hightech-Weltmarktführers seit Beginn des Jahrhunderts. 2009 ging Nortel Networks, für wenige Wochen einst wertvollster Konzern der Welt, pleite. Blackberry wurde an der Börse 2007 einst zu Höchstkursen für über 100 Milliarden Dollar gehandelt.

Das war jedoch der Zeitpunkt, als mit Apples iPhone ein Smartphone auf den Markt kam, das buchstäblich alles veränderte. Die Blackberrys der ersten Generationen waren buchstäblich Email-Maschinen – das iPhone brachte nun das Internet in die Westentasche, wie Steve Jobs erklärte.

Blackberry-Relaunch kam zu spät

Der Blackberry sah als Business-Smartphone zunehmend alt aus gegen die boomenden Touchscreen-Geräte von Apple und die Android-Konkurrenz. Viel zu spät reagierte der Branchenpionier nach dem Austausch des Führungsmanagements im Januar mit einem komplett überarbeiteten Betriebssystem, an dem über zwei Jahre unter strengster Geheimhaltung gefeilt wurde, und neuen Touchscreen-Blackberrys daher.

Um den Neustart perfekt zu machen, entledigten sich die Kanadier ihres Firmennamens und benannten sich künftig nach ihrem Smartphone. Doch Blackberry konnte die Zeit nicht mehr zurückdrehen, wie der jüngste Quartalsverlust beweist.

Kanadischer Warren Buffett greift zu – mit Rücktrittsklausel

Der Aufkauf durch den kanadischen Warren Buffett gibt dem einstigen Branchenpionier nun immerhin die Chance abseits des Drucks der Kapitalmärkte seine Restrukturierung voranzutreiben.

Ob Blackberry aber den drastischen Einbruch im Marktanteil der vergangenen zwei Jahre nochmals aufholen kann, erscheint auch nach der heutigen Akquisition ungewisser denn je. Tatsächlich könnte die Übernahme noch scheitern: Fairfax hat von nun an zunächst sechs Wochen Zeit, die Blackberry-Bilanz zu studieren.

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