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So schlagzeilen die Zeitungen zur Wahl

Für Zeitungsredaktionen ist die Bundestagswahl wie Olympia für Sportler: Ein Blatt muss sich in Höchstform zeigen. Es gilt zu entscheiden, ob auf dem Titel zunächst die Chronistenpflicht mit allen Ergebnissen Vorfahrt hat, ob dazu schon ein Kommentar die Richtung weist, oder ob man sich die ganze Statistik einfach schenkt. Und stattdessen entweder gleich die Analyse/Prognose hervorhebt, oder die Wahl und ihren Ausgang ironisch/satirisch/irgendwie witzig kommentiert. MEEDIA zeigt eine Auswahl der Titelseiten.

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Bild: Die Macher der Boulevardzeitung sind überzeugt, dass ihre Gratis-Ausgabe zur Wahl, die am Samstag an über 40 Millionen Haushalte verteilt wurde, die Wahlbeteiligung hochgedrückt hat. So gesehen sieht sich Bild selber als eine Art Wahlsieger. Der Aufmacher gebührt dann aber trotzdem der Kanzlerin. Bildtext: "Sie strahlt".

Süddeutsche Zeitung: Ein anderes Triumph-Foto der Kanzlerin mit blauen Augen und leicht gerecktem Kinn vor blauer Wand. Die SZ entschied sich für ein ganz klassisches Layout.

Frankfurter Allgemeine Zeitung: Ein der Größe des Wahlsiegs fast schon unangemessen kleines Foto der Kanzlerin, die hier eher volksnah jubelnd zu sehen ist. "Union gewinnt Bundestagswahl klar" lautet die Überschrift – das ist knapp und klingt wie eine Bestätigung. Der Kommentar in der rechten Spalte von Berthold Kohler ist ähnlich affirmativ betitelt: "Siegerin: Merkel".

Die Welt: "Kommt die Kanzlerin jetzt endlich aus ihrer Deckung?" fragt Welt-Herausgeber Thomas Schmid in seinem Kommentar auf der ersten Seite. Ansonsten übt sich auch die Springer-Zeitung in knapper Schlagzeile und braucht sogar ein Wort weniger als die Bild-Zeitung: "Merkels Triumph". 

taz: Endlich mal die Verlierer im Bild. Auch mit blauem Hintergrund. 

Handelsblatt: Die Wirtschaftszeitung schenkt sich auf der Eins ihre Chronistenpflicht und macht mit einem Kommentar von Chefredakteur Hans-Jürgen Jakobs auf. These: Die Wähler haben die Rettungsaktion der Kanzlerin für den Euro belohnt.

Neues Deutschland: "Merkel hängt alle ab" und dazu ein Foto der Kanzler-Ahnengalerie – gar keine schlechte Idee im Gegensatz zu vielen Langweiler-Überschriften wie "Angela Merkel gewinnt die Wahl". Die sind zwar klar und verwirren den Leser nicht. Doch dass Merkel gewonnen hat, wissen die Wähler schließlich.

Berliner Morgenpost: Ganz ästhetisch kommt sie daher, die Titelseite der Morgenpost. Und noch eine flotte Zeile dazu: "Liebling Deutschland".  

Hamburger Morgenpost: Da ist das Wort endlich: "Mutti".

Stuttgarter Nachrichten: Aha, mal ein Freisteller.

Kölner Express: Das Boulevardblatt macht mit "Super-Angie" im Heldenkostüm auf. Eine Idee, die zum Karnevalsland passt.

B.Z.: "So viel Merkel war noch nie" – so kann man es auch sehen

Berliner Kurier: Der Favorit der MEEDIA-Redaktion

MEEDIA bietet übrigens jeden Morgen die Auswahl der Zeitungs-Titelseiten an, nämlich hier. Die Titelseiten gibt es ebenfalls als Newsletter

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