Die größten Hits der Online-Mediatheken

Noch in diesem Jahr will die AGF zusammen mit dem neuen Partner Nielsen erstmals offizielle Daten der im Internet meistgesehenen TV-Sendungen veröffentlichen. Endlich folgt die Quotenmessung damit den Nutzungsänderungen gerade in jungen Zielgruppen. Doch welche Formate werden besonders von der neuen Messung profitieren? MEEDIA wagt mit Hilfe von Mediatheken-Charts und Daten von SimilarWeb einen ersten Ausblick. Zu den Online-Hits gehören Soaps, Comedy und Nachrichten.

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Dass es höchste Zeit wird, den Konsum von Bewegtbildinhalten auch im Netz zu messen, zeigen nicht zuletzt die neuesten Daten der ARD/ZDF-Onlinestudie. Demnach schauen inzwischen 74% der Onlinenutzer mindestens gelegentlich Videoinhalte im Netz, darunter fallen 36%, die zeitversetzt TV-Sendungen schauen, 25% sehen live Fernsehen im Netz und 28% nutzen mindestens gelegentlich Mediatheken. Online-TV ist also längst im Mainstream angekommen.

Dass dem so ist, zeigen auch die Beliebtheits-Rankings der Mediatheken. So sind z.B. Soaps große Klickbringer für die Sender. In den aktuellen Tages-Charts der ARD-Mediathek fanden sich am Freitagmittag auf den ersten drei Plätzen die jeweils neueste Folge von "Verbotene Liebe", "Sturm der Liebe" und "Rote Rosen". In den Charts von "RTL now", die die Programme mit den meisten Abrufen der vergangenen sieben Tage enthält, belegt die Soap "Alles was zählt" mir ihren fünf aktuellen Folgen die Ränge 2, 3, 4, 5 und 7 – mit bis zu 170.000 Abrufen. Noch viel populärer wäre wohl "GZSZ" – doch für deren Folgen will RTL Geld sehen, die Abrufzahlen sind daher nicht so hoch.

Gesetz den Fall, die 170.000 "Alles was zählt"-Seher haben die entsprechende Folge vom vergangenen Freitag auch komplett gesehen, würden die Zuschauerzahl von 2,21 Mio. um immerhin 8% auf 2,38 Mio. steigern. Noch viel größere Zahlen erreichen bestimmte Events im Netz. Neben Streams von wichtigen Fußballspielen gehören dazu auch Ereignisse wie "Das Adlon" und "Unsere Mütter, unsere Väter". Die beiden Dreiteiler haben dem ZDF im Netz jeweils mehr als 500.000 zusätzliche Zuschauer beschert, wie zu hören ist – pro Folge. Im Ersten sehen sich jede Woche viele Leute den "Tatort" an – auch er gehört zu den beliebtesten TV-Events im Netz. Bei Sat.1 führt derzeit "Promi Big Brother" die Video-Abrufcharts an: Alle sieben Ausgaben finden sich vor dem zweiterfolgreichsten Format.

Sehr beliebt sind auch bestimmte Comedy-Formate. Die "heute-show" führt regelmäßig die ZDF-Mediatheken-Charts an. 300.000 bis 400.000 zusätzliche Zuschauer sehen die Sendung auf diesem Weg. Bei herkömmlichen TV-Quoten von etwa 3 Mio. Sehern wird die neue Netz-Messung der "heute-show" einen kräftigen Push bescheren. Ebenfalls populär ist "Neues aus der Anstalt". Und: Im Alltime-Ranking der ARD-Mediathek für die Videos, die noch verfügbar sind, führt Olli Dittrichs Oneshot "Frühstücksfernsehen".

Doch auch Nachrichten und Dokus werden profitieren. In den ARD-Alltime-Charts belegt eine Doku zum "Fall Mollath" beispielsweise Platz 3, "Die dunkle Seite von Red Bull" Rang 4. Und die Doku "Ausgeliefert!" zum Unternehmen Amazon hat bis dato allein über 67.000 Likes, Shares, Tweets, etc. in den sozialen Netzwerken ausgelöst, gehört damit zu den erfolgreichsten journalistischen Beiträgen des Jahres. [Offenlegung: Ich, Jens Schröder, bin Mit-Betreiber von 10000 Flies]

Abseits der Mediatheken werden Nachrichten-Streams zu den Gewinnern zählen. So gehören laut SimilarWeb die entsprechenden Livestream-Seiten der Infosender N24 und n-tv auf den jeweiligen Websites zu den populärsten Einzelseiten – ebenso wie die auf tagesschau.de. Insbesondere, wenn Ereignisse stattfinden, die das ganze Land bewegen, dürften Streams auf Büro-Rechnern, etc. den Info- und Nachrichtenprogrammen durch die neue Messung viele neue, bisher nicht erfasste Zuschauer bescheren.

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