Recherchescout soll Journalisten helfen

Telefonate, unbeantwortete E-Mails, fehlende Infos. Die Recherche nimmt oft viel Zeit in Anspruch. Geht es nach Kai Oppel und Martin Fiedler, soll der zeitintensiven Suche nach Informationen für Journalisten nun drastisch vereinfacht werden. Die ehemaligen Redakteure launchten am Donnerstag die Beta-Version des Recherche-Portals "Recherchescout", das Journalisten gezielt mit Presseabteilungen von Unternehmen, Verbänden und Vereinen in Kontakt bringen soll.

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Das Prinzip ist recht simpel: Journalisten aus allen Bereichen registrieren sich auf der Seite, stellen anhand eines Anfrageformulars ihre Recherchefrage an die "Community" und erhalten mithilfe des "Tag Matching" Rückmeldungen von PR-Unternehmen, die sich auf das Thema spezialisiert haben. Journalisten, die es besonders eilig haben, können zu ihrer Rechercheanfrage auch eine Deadline vorgeben. "Recherchescout ist eine Community von Fachleuten für Fachleute", so Geschäftsführer Martin Fiedler. "Auf diesem Wege stoßen Journalisten auf Quellen, die sie vielleicht gar nicht im Sinn gehabt hätten und die über Google und Datenbanken hinausgehen."
Neben Rechercheanfragen können Journalisten auch Experten aus einem Interessensgebiet Fragen stellen und um Einschätzungen sowie Recherchehinweise bitten. Darüber hinaus bietet Recherchescout die Möglichkeit gezielt nach Fotos, Videos oder anderen Medieninhalten zu fragen. Die Verwendung der Informationen, ob nun Hintergrundinfos, druckfähige Zitate oder Expertenmeinungen, ist für den Journalisten unverbindlich und kostenlos. Auch was das Themenspektrum angeht, wollen die Gründer den Journalisten keine Grenzen setzen. Dieses reicht von Automobil bis hin zu Zahnersatz.
Die Gründer Kai Oppel und Martin Fiedler haben selbst mehrere Jahre als Journalisten gearbeitet und sind inzwischen als Kommunikationsberater tätig. "Wir kennen beide Seiten und wissen daher, wie schwierig die Arbeit jeweils sein kann", merkt Fiedler an. "Nachdem das amerikanische Pendant sehr erfolgreich läuft, war es an der Zeit ein ähnliches Rechercheportal auch in Deutschland zu starten." Zusammen mit der Hamburger Web-Agentur melting elements setzten sie ihre Idee in die Tat um und gründeten die Recherchescout GmbH. Finanziert werden soll die Seite durch eine jährliche Nutzungspauschale für PR-Unternehmen.
In den ersten Stunden haben sich bereits über vierzig Nutzer auf der Seite registriert. "Das ist für uns schon ein großer Erfolg und macht uns natürlich sehr happy", so Fiedler. Dass Recherche unter Umständen mehr sein kann, als nur mit einer PR-Agentur oder Presseabteilung zu sprechen, dürfte klar sein.

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