Der Update-Ratgeber zum Umstieg auf iOS 7

Apples neues mobiles Betriebssystem steht seit gestern Abend um 19 Uhr zum Download bereit. Zumindest in Theorie, denn bis Mitternacht wurde die Software-Aktualisierung auf iOS 7 immer wieder abgebrochen. Wer durchkommt, erhält ein brandneues iPhone, iPad oder iPod touch: Apples iWelt ist nicht mehr wiederzuerkennen. Chef-Designer Jony Ive verwandelt Apples Mobilgeräte softwareseitig in ein Kommandozentralen-Kunstwerk. MEEDIA erklärt die Neuerungen bei iOS 7.

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Apples neues mobiles Betriebssystem steht seit gestern Abend um 19 Uhr zum Download bereit. Zumindest in Theorie, denn bis Mitternacht wurde die Software-Aktualisierung auf iOS 7 immer wieder abgebrochen. Wer durchkommt, erhält ein brandneues iPhone, iPad oder iPod touch: Apples iWelt ist nicht mehr wiederzuerkennen. Chef-Designer Jony Ive verwandelt Apples Mobilgeräte softwareseitig in ein Kommandozentralen-Kunstwerk. MEEDIA gibt wichtige Tipps zum Umstieg auf das neue iOS 7.

"Softwareaktualisierung fehlgeschlagen" poppt es auf dem iPhone (ab Version 4) , iPad (ab Version 2) oder iPod touch (ab Version 5) am Mittwochabend auf – die Server sind überlastet, mal wieder. Eine Überraschung kann das nicht sein: 700 Millionen iOS-Geräte wurden bislang verkauft, erklärte Apple-CEO Tim Cook vergangene Woche auf der Keynote.  

Wenn auch nur die Hälfte der Apple-Nutzer in diesen Stunden das größte mobile Update seit Einführung des iPhones vor sechs Jahren zu installieren versucht, sind Engpässe programmiert. Für manchen iOS-Nutzer ist das ein Segen, denn er bekommt eine letzte Chance das zu tun, was allzu gerne vergessen wird: ein Backup anzulegen.

Eine Lehre aus der Vergangenheit: Auf Nummer sicher gehen, Apps aktualisieren und das iGerät ausreichend so gut es geht aufräumen und Platz schaffen, indem man überflüssige Apps löscht. iOS 7 ist kein kleines Update, sondern ein vollständiges Upgrade, bei dem die Systemsoftware komplett neu aufgesetzt wird – und zwar ab dem letzten Backup. Knapp 1 GB benötigt die Installation.

"iOS 7 ist die größte Veränderung von iOS seit Einführung des iPhones"

Dafür bekommt man nichts weniger als die Verheißung eines ganz neuen iPhones. So hat es Tim Cook schon im Juni auf der WWDC bedeutungsvoll angekündigt: "iOS 7 ist die größte Veränderung von iOS seit Einführung des iPhones". Verantwortlich dafür zeichnet Design-Guru Jony Ive.

Das Erste, was nicht wenigen iPhone- und iPad-Besitzern widerfahren wird, ist ein kleiner Schock: Sie erkennen ihr iGadget kaum wieder. Die Icons kommen einem zwar entfernt bekannt, zunächst jedoch fremd vor. "Auch wenn iOS 7 in seiner Struktur komplett neu ist, war es wichtig für uns, dass es sich vertraut anfühlt", gibt Ive die Weisung aus. Es dauert jedoch schon etwas, bis sich ein vertrautes Gefühl einstellt.

Maximale Abkehr vom Skeuomorphismus

Das liegt nicht zuletzt daran, dass der unter Forstall kultivierte Hang zum Skeuomorphismus, der das Nachbilden analoger Technik oder Oberflächen auf digitalen Geräten meint, radikal ausgemerzt wurde – die Leder-Optik im Apple-Kalender gehört der Vergangenheit an. Stattdessen: Glatteres, zurückgenommeres und doch poppigeres Design als bei Vorgänger-Versionen, die plötzlich wie aus dem vergangenen Jahrzehnt erscheinen.

Schon beim Blick auf den Homescreen scheint man ein neues iPhone in der Hand zu halten. Der Bildschirm wirkt plötzlich ganzheitlich. Dann die Apps, die aussehen wie durchdesignte Smarties. Es dauert, bis sich ein Apple-Gefühl einstellt.

Rückkehr zum alten iOS fühlt sich an wie Zeitreise ins Jahr 2009

In den einzelnen Anwendungen dann ein Unterschied wie zwischen zwei Design-Schulen. Etwa der Ziffernblock: Bis zum iOS 6 das restriktive eckigere Design vs. nun verspielte, umkreiste Ziffern. In der Kalender-App wird die kastenförmige Unterteilung aufgegeben, die Ziffern scheinen im Nichts zu schweben.

Wer die glänzende Wetter-App, die nebenbei sehr an Yahoos App erinnert, verwendet, fühlt sich bei der Rückkehr zum alten iOS wie im Jahr 2009. Ein ähnliches Bild bei der Aktien-App, die sich von der Widget-Optik Mitte des vergangenen Jahrzehnts löst – vorausgesetzt, iPhone-Nutzer interessieren sich nach Apples Einbruch von 700 auf 450 Dollar überhaupt noch für Aktienkurse…

200 neue Funktionen für ein neues iPhone, iPad oder iPod touch

Es gibt schließlich so viele andere spannende Neuigkeiten bei iOS 7 zu entdecken:  200 neue Funktionen seien auf Apples neuem mobilen Betriebssystem vorhanden, verkündete Craig Federighi auf der iPhone-Keynote vergangene Woche stolz. Die wichtigsten:

Das Kontrollzentrum

Mit einem Wisch ist alles da: iOS 6-Nutzer kennen die Funktionalität bereits von der Kamera-App – man wischt von unten nach oben und erhält über das Kontrollzentrum schnellen  Zugriff auf die App. Die App-Einstellungen, die zuvor erst mit mehreren Klicks und viel Scrollen zu finden waren, erscheinen so mit einem Wisch direkt auf einem Übersichtsmenü auf dem Bildschirm. Auch auf Basis-Einstellungen wie Aktivierung von WLAN, Flugmodus oder Bluetooth, Music-App und Bildschirm-Helligkeit erhält man nun mit iOS 7 ad hoc Zugriff.          

Mitteilungszentrale

iPhone-Nutzer sind Heavy-User: Hier eine Email, da eine iMessage,  oder ein verpasster Anruf, ein Twitter-Reply, eine Facebook–Nachricht – man kann schnell den Überblick verlieren. Deshalb führte Apple mit iOS 4 als Benachrichtigungs-Tool die sogenannte Mitteilungszentrale ein. Mit iOS 7 wurde sie deutlich verfeinert – neu ist der Modus "Heute", quasi Apples mobile Version des Newsfeed: Das Feature zeigt an, was heute alles auf dem iPhone passiert ist.  

Multitasking

Neu ist das Feature nicht: Durch Doppelklicken erhielten Nutzer bisher über die Anzeige einer Programmleiste am unteren Bildschirmrand Zugriff auf alle aktiven Apps. Das neue Multitasking geht weiter – es wird intelligent, behauptet Apple. Was das konkret bedeutet: iOS 7 merkt sich die Benutzung der Apps und aktualisiert sie selbstständig. Wer etwa häufig die Facebook-App nutzt, bekommt direkt die aktualisierten Newsfeeds durchgeladen.  Zudem werden App-Updates automatisch ausgeführt. (Dieses Feature kann abgeschaltet werden.) 

Fotos und Kamera

Eine der größten Verbesserungen: endlich ein schnellerer Zugriff auf die Tausend und Abertausend Fotos, die sich im Laufe der iOS-Generationen angesammelt haben. Wo ist noch mal das Foto vom Spaziergang über den Roten Platz? Und wo die kroatische Strandschönheit vom vorvergangenen Sommerurlaub in Brac? Eine stark verbesserte Suche, die nach Jahren in der Übersicht unterteilt ist, bietet nun  – endlich! –  nach sechs Jahren iOS Zugriff auf das digitale Fotoarchiv. Zudem werden neue Aufnahmeformate für Fotos und Videos angeboten – schließlich steckt in jedem iPhone-Nutzer ein potenzieller Selfie-Schießer für Instagram.  

AirDrop

Das Teilen von Dokumenten ist längst nicht mit einer Mail oder iMessage getan, wenn das Dokument eine gewisse Größe erreicht.  Die Abhilfe, die Mac-Besitzer bereits seit Jahren kennen, heißt AirDrop:  iOS-Nutzer können anderen iOS-Nutzern, die sich in der Nähe befinden, nun mit einem Klick größere Inhalte spielend leicht bereitstellen.   

Safari

Eine marginale, aber ansehnliche Verbesserung: Der Übersichtmodus von Webseiten erhält nun die dritte Dimension und eine verbesserte Suche und Blätterfunktion. Alles fürs schönere Surfen: "Weniger im Weg, mehr vom Web", betextet Apple seine Generalüberholung des mobilen Browsers. Darauf muss man erst mal kommen.

Tatsächlich ist iOS 7 aber der größte Schritt nach vorne, den Apples mobiles Betriebssystem in den sechs Jahren seiner Existenz erfahren hat. Er ist schlanker, es ist flacher, griffiger und doch weitaus anziehender als die Vorgänger-Version. In einem Jahr, in dem Apple viel für mangelnde Innovation und neue Produkte kritisiert wurde, ist iOS 7 die passende Antwort – es ist Apples eigentliches Produkt des Jahres. Und das gibt es kostenlos.

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