Springer kontert Super Auto mit Auto Woche

Da sag nochmal jemand, die Axel Springer AG würde keine neuen Zeitschriften mehr gründen. Am Donnerstag kommt das neue Magazin Auto Woche auf den Markt - zum Preis von 1 Euro. Einziger Grund für die Neuerscheinung dürfte ein Vorstoß von Bauer sein: Der Konkurrent bringt am selben Tag seine neue Zeitschrift Super Auto auf den Markt - und greift damit Springers Auto Bild an. Sollte dieser Angriff scheitern, dürfte auch die Auto Woche schnell wieder vom Markt verschwinden.

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Solche Kiosk-Kleinkriege gab es in der Vergangenheit immer wieder. Greift ein Verlag einen Platzhirschen an, kontert der mit einem Me-Too-Produkt, um seinen Platzhirschen zu verteidigen. Bauers neues Magazin Super Auto, laut Titel "Das günstigste Auto-Magazin", will zum Preis von 1,30 Euro der wöchentlichen Auto Bild Leser klauen – eine Provokation für Axel Springer. Dass Super Auto vom Umfang und der inhaltlichen Qualität kaum mit der Auto Bild mithalten kann, ist da egal.

Spannend ist, dass Springer die Marke Auto Woche nach MEEDIA-Recherchen schon im Jahr 2005 angemeldet hat – mit genau dem Logo, das nun auch auf dem Titel der Erstausgabe prangt. Die Idee lag offenbar also schon jahrelang in der Schublade, nach der Bauer-Provokation wurde sie dort schnell heraus geholt und an den Kiosk gebracht. Die Redaktion besteht dabei wenig überraschend aus der der Auto Bild. Das Auto-Woche-Impressum, angeführt von Chefredakteur Bernd Wieland, liest sich wie eine Kopie des Auto-Bild-Impressums.

Inhaltlich besteht die 52 Seiten dünne Auto Woche u.a. aus einer Vergleichs-Strecke "Es muss nicht Premium sein", in der günstige Autos gegen vergleichbare teure antreten, einer Geschichte über das mögliche Comeback des Opel Manta, Kurztests der zehn meistverkauften deutschen Autos und einer schnell zu produzierenden 8-Seiten-Liste mit den Betriebskosten Hunderter Automodelle. Das ist alles wenig spannend, man sieht dem Magazin an, dass es per Schnellschuss hergestellt wurde. Dazu passt auch, dass auf dem Titel keine Ausgaben-Nummer zu sehen ist, ein Editorial oder irgendeine Leser-Ansprache fehlt und auch kein Hinweis auf die nächste Ausgabe zu finden ist.

Bauers Super Auto wirkt da ein bisschen besser vorbereitet. Es glänzt zwar auch nicht unbedingt mit allzu überraschenden Inhalten, doch insgesamt wirkt es einen Tick wertiger. Es gibt u.a. eine Doppelseite zu den "Besten der IAA", einen Vergleich von zehn Kompaktklasse-Modellen, einen Artikel zum "Duell der Super-SUV" zwischen BMW X5 und Mercedes ML, einen Überblick über Autos um 10.000 Euro und bunte Dinge wie "Der verrückteste Ford aller Zeiten", eine Doppelseite "Die Autos der Promis" und sogar ein Poster in der Mitte des Heftes. Die Aufschrift "Das günstigste Auto-Magazin" ist allerdings schon bei Erscheinen nicht mehr aktuell, mit 1,30 Euro kostet es schließlich 30 Cent mehr als Springers "Auto Woche".

Ob die beiden Magazine eine große Zukunft vor sich haben, erscheint dennoch fraglich, denn für wenig Geld mehr gibt es in Blättern wie Auto Bild (1,70 Euro) oder Auto Zeitung (2,30 Euro) wesentlich mehr zu lesen. Da die beiden ebenfalls zu Springer und Bauer gehören, könnten Super Auto und Auto Woche schnell wieder verschwinden. Super Auto, wenn der Angriff auf die Auto Bild nicht gelingt, die Auto Woche, wenn keine Verteidigung der Auto Bild mehr nötig ist.

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