Diekmanns Twitter-Mätzchen mit Kritikern

Bild-Chefredakteur Kai Diekmann nutzt Twitter nach wie vor virtuos als Kommunikations-Kanal, um Werbung in eigener, bzw. Bild-Sache zu betreiben. Gestern kritisierte der Medienjournalist Stefan Niggemeier, die Bild als “FDP-Wahlkampfzeitung” wegen eines großen Interviews mit FDP-Granden. Als sich Thorsten Schäfer-Gümbel, der SPD-Spitzenkandidat für die hessische Landtagswahl, an die Kritik hängte, schlug mal wieder die Stunde des Twitter-Diekmann.

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Los ging’s mit diesem Tweet von Medienkritiker Stefan Niggemeier:

Diekmann reagierte schnell: “Wart’ mal ab! Morgen wird NOCH schlimmer ….. #wahlkampf” twitterte der Bild-Chef an die Adresse Niggemeiers zurück, der sich zudem an einem “Kuschelplauderfoto” auf Seite 1 störte:

Nun ist derzeit nicht nur Bundestagswahlkampf, sondern am kommenden Sonntag wird auch ein neuer Landtag in Hessen gewählt. Der dortige SPD-Kandidat Thorsten Schäfer-Gümbel hofft, den amtierenden CDU-Ministerpräsidenten Volker Bouffier zu entthronen. Da kam dem twitternden Schäfer-Gümbel das kleine Twitter-Scharmützel zwischen @niggi und @KaiDiekmann gerade recht:

Und täglich grüßt das Murmeltier”, kommentierte Schäfer-Gümbel in Anspielung auf die dauerhaft sehr freundliche FDP-Berichterstattung in der Bild-Zeitung. Diekmann reagierte subito:

Ui, für den Schäfer-Gümbel würde es in der Bild nun also “ganz bitter werden”. Die “Drohung” des Bild-Chefs reichte für eine kleine Empörungswelle beim Kurznachrichtendienst. Bild-kritische Twitterer mokierten sich, Diekmann “drohe” nun neuerdings “ganz offen”. “Springer im Jahr 2013” hieß es oder einfach nur: “Widerlich”. Alles immer fleißig retweetet von Kai Diekmann. Den zahlreichen Kritikern war offenbar nicht bewusst, dass sie Teil des Diekmann-PR-Spielchens waren.

Da passte es dem Bild-Chef prima, dass Schäfer-Gümbel am Mittag beim deutschen Wall Street Journal ein Twitter-Interview gab. Auch dort schaltete sich der Bild-Chef ein und fragte den hessischen SPD-Kandidaten via Twitter:

Die Genossen also auch ganz aufgekratzt. Schäfer-Gümbel blieb gelassen und antwortete: “@KaiDiekmann @WSJDeutschland weiss ich nicht! Die Sozis müssen mich nicht fragen, wenn sie telefonieren. :)” Am heutigen Mittwoch folgte nun die erwartbare Auflösung der Diekmann’schen “Drohung”. Überraschung, die Bild featured die drei SPD-Granden Helmut Schmidt, Gerhard Schröder und Peer Steinbrück ebenso wie tags zuvor Genscher, Rösler und Westerwelle fast auf einer Seite mit großem Anreißer-Foto auf dem Titel. Diekmanns Botschaft an Schäfer-Gümbel:

Der reagierte wiederum souverän:

Diekmann ließ es sich nicht nehmen, auch noch zwei Tweets in Richtung Stefan Niggemeier abzusenden, die in der Formulierung dessen kritischen Tweets vom Vortag exakt nachempfunden waren – nur diesmal mit der SPD statt der FDP. Die ganzen empörten Bild-Kritiker blieben erstaunlich stumm. In Sachen Twitter-Mätzchen kann dem Bild-Chef hierzulande keiner das Wasser reichen.

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