Knüwer stellt neues Internet Magazin vor

Zum zweiten Mal nach Wired wagt der ehemalige Handelsblatt-Reporter und Digital-Experte Thomas Knüwer einen Ausflug als Magazinmacher. Für Weka hat der Düsseldorfer das bereits altehrwürdige Internet Magazin auf Vordermann gebracht. Ganz modern via Google-Hangout stellte Knüwer den überarbeiteten Titel nun vor. Allerdings: Ein B2B-Heft bleibt ein B2B-Heft. Selbst der beste Relaunch macht aus einem Fachtitel kein opulentes Hochglanz-Magazin. Bis zum März will Knüwer seine Vorstellung beim IntMag umsetzen.

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In moderner Digitalzeit gerechnet kann das Weka-Magazin durchaus auf eine lange Historie zurückblicken. Seit 1996 liegt der Titel am Kiosk. Zu seiner besten Zeit verkaufte der Verlag rund 60.000 Hefte. Jetzt liegt die Druckauflage der renovierten Ausgabe bei gerade einmal 35.000 Stück. Die Macher wollen allerdings nicht nur am Kiosk punkten, sondern – vor allem bei der Vermarktung – auch mit der App. Zudem wird eine kleine Online-Redaktion News produzieren und sich um das Bespielen aller relevanter Social-Media-Kanäle kümmern.

Das klingt alles sehr solide bis defensiv. Tatsächlich passt es allerdings zur avisierten Zielgruppe. Anders als bei Wired hat Knüwer nicht mehr die Digitale Boheme im Blick, die immer als erstes jeden neuen Technik-Trend aus den USA kennen und ausprobieren will.

Beim Internet Magazin wird es weit bodenständiger zugehen. Laut Knüwer ist es zwar Ziel "die Pflichtlektüre für die digitale Wirtschaft" zu werden. Allerdings richtet sich das Magazin dabei ganz explizit an die Menschen, die sich in großen Unternehmen, bei Mittelständlern und deren Dienstleistern um die ganzen neuen Web-Themen kümmern. Dazu wollen die Macher auch Startups gezielt ansprechen. "Wir wollen analysieren, wie klassische Unternehmen digitale Herausforderungen meistern, zeigen Ihnen kommende Trends und beleuchten die Startup-Welt – und das mit viel Leidenschaft für Innovationen und mit einem weltweiten Blickwinkel, denn eine vernetzte Wirtschaft kennt keine Ländergrenzen", erklärt Knüwer in seinem ersten Editorial für eine Leseprobe-Ausgabe.

Die Titelgeschichte des Relaunch-Heftes, das ab dem 22. November an den Kiosken liegt, ist "Wie Mercedes lernte, die Blogger zu lieben". Zudem gibt es ein Interview mit dem PayPal-Chef David Marcus und ein längeres Stück über die Conversion Rate im Online-Shopping. Geschrieben und produziert wird das gesamte Heft von freien Autoren. Eine feste Redaktion bei Weka gibt es schon lange nicht mehr. Zu den Autoren der Relaunch-Ausgabe gehören viele bekannte Technik-Journalisten bzw. –Blogger. So steuerten unter anderem Don Dahlmann oder Karsten Lohmeyer von Lousypennies.de eigene Stücke bei. Ein geschickter Schachzug. Diese Leute haben Ahnung und erhöhen gleichzeitig die Online-Reputation des IntMags.

Die schönste Idee der Leseprobe versteckt sich auf der letzten Seite. Auf ihr wird ein Twitter-Interview von Knüwer mit dem Star-Werber Amir Kassaei dokumentiert. Jeder interessierte durfte sich – via Twitter – in das Gespräch einmischen und auch dessen Fragen sind dann Teil der gedruckten Diskussion geworden. Die Planung sieht vor, dass aus diesen 140-Zeichen-Interviews eine regelmäßige Kolumne wird. Der Clou dabei: Die befragte Person soll am Ende des Gesprächs Vorschläge machen, wen das Internet Magazin und seine Fans und Follower als nächstes interviewen sollen.

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