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Apples buntes iPhone 5c droht zu floppen

Erstmals seit 2009 hat Apple keine Meldung darüber abgegeben, wie hoch die Vorbestellungen für ein neues iPhone ausfielen. Seit Freitag kann das iPhone 5c in den USA, Deutschland und sieben weiteren Ländern bestellt werden. Allein China Unicom machte Angaben zu den Vorbestellungen, die mit 100.000 Stück deutlich unter dem iPhone 5 lagen – allerdings gibt es noch keine Bestellmöglichkeit für das iPhone 5s. Die Börse reagiert hochnervös und schickt die Apple-Aktie weiter in die Tiefe.

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Erstmals seit 2009 hat Apple keine Meldung darüber abgegeben, wie hoch die Vorbestellungen für ein neues iPhone ausfielen. Seit Freitag kann das iPhone 5c in den USA, Deutschland und sieben weiteren Ländern bestellt werden. Allein China Unicom machte Angaben zu den Vorbestellungen, die mit 100.000 Stück deutlich unter dem iPhone 5 lagen – allerdings gibt es noch keine Bestellmöglichkeit für das iPhone 5s. Die Börse reagiert hochnervös und schickt die Apple-Aktie weiter in die Tiefe.

Der gestrige Montag verlief ungewöhnlich ruhig in Cupertino. Normalerweise wird am Montag nach Vorbestellungsbeginn des neuen iPhones Apples Presseabteilung sehr aktiv: Erfolgsmeldungen wollen in die Welt getragen werden.

Über ein Jahrzehnt schrieben sie sich von selbst: "Wir sind begeistert" war in jeder Pressemitteilung zu lesen. Begeisterung über Rekordquartal auf Rekordquartal, in dem Rekordgewinn auf Rekordgewinn vermeldet wurde, weil Rekordabsatz auf Rekordabsatz erzielte wurde. Was passiert nun, wenn die Rekorde ausbleiben – ist die Begeisterung dann auch dahin? Und was schreibt man dann?

Erdrutschartige Verluste nach Keynote: 54 Milliarden Börsenwert vernichtet

Gestern passierte erstmal: nichts. Keine Erfolgsmeldung, keine Begeisterung, nicht mal eine routinierte. Keine Verkaufszahlen. Plötzlich wurde die Stille gespenstisch. Als Anleger begriffen, was die Leere in der Mailbox bedeuten könnte, taten sie das, was sie ohnehin am liebsten nach Apple-Keynotes tun: schnell den Verkaufsknopf drücken.  

Durch die nächste harte Ausverkaufswelle, die die Apple-Aktie gestern um weitere 15 Dollar je Anteilsschein in die Tiefe riss, wurden weitere 13 Milliarden Börsenwert vernichtet. Seit der Keynote hat die Apple-Aktie in vier von fünf aufeinanderfolgenden Handelstagen verloren.

Um 60 Dollar oder 12 Prozent ist Apple seit vergangenem Dienstag bei 506 Dollar auf  heute vorbörslich 446 Dollar eingebrochen – der iKonzern ist an der Wall Street plötzlich 50 Milliarden weniger wert. Zweimal Nokia oder zehn Mal Blackberry wurden im Kursrutsch vernichtet. 

Wendepunk: Geht Apples mehr als sechsjährige iPhone-Erfolgsstory zu Ende?

Wieder einmal in diesem Horror-Jahr für Apple schrillen bei Anlegern die Alarmglocken. Wieder einmal scheint der Elefant im Raum zu stehen. Ist es so weit: Ist dies der Augenblick, in dem die mehr als sechsjährige Erfolgsstory zu Ende geht und Apple das Vorjahresergebnis nicht mehr toppen kann?

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Die Latte liegt zugegebenermaßen extrem hoch: 2 Millionen Vorbestellungen für das iPhone 5 gingen im Vorjahr in Cupertino ein. Die ausbleibende Pressemeldung von gestern legt nahe, dass Apple diese Marke nicht toppen konnte.

Nur das iPhone 5c kann bislang vorbestellt werden

Allerdings hat der Kultkonzern aus Cupertino nur die Hälfte seiner Armada in die Schlacht geschickt – das Premium-Modell iPhone 5s kann bislang nicht vorbestellt werden. Die Rechnung ist einfach: Zwei Millionen iPhone 5c werden wohl nicht vorbestellt worden sein, die eine neuerliche Erfolgsmeldung gerechtfertigt hätte.

Aber ist das als viel zu teuer verschriene bunte iPhone damit schon auf dem Weg zum Flop? Die gestern einzig erhältlichen Daten zu Vorbestellungen verheißen nichts Gutes: Über 100.000 Vorbestellungen seien bei China Unicom am Wochenende eingegangen, teilte der nach China Mobile zweitgrößte Mobilfunkprovider im Reich der Mitte mit. Das Problem: Im Vorjahr waren es mehr als 200.000.

China Telecom bietet das iPhone 5c für 735 Dollar an

Selbst bei der optimistischen Annahme, dass sich das teurere Premium-Modell so gut verkaufen würde wie das iPhone 5c, erscheint damit ein erster Trend ersichtlich: Apple stößt bei den iPhone-Abverkäufen gegen eine Mauer.

Dass Apples anderer Partner im Reich der Mitte, China Telecom, unterdessen die Subventionierung erheblich zusammengestrichen hat und das iPhone 5c in China tatsächlich 735 Dollar kostet, macht die Erfolgsaussichten in Apples zweitgrößten Absatzmarkt der Welt nicht besser – im Gegenteil.  

Die in der vergangenen  Woche geäußerten Zweifel zum Pricing scheinen sich nun zu bewahrheiten. Apples Presseabteilung könnte in den kommenden Tagen, wenn die Abverkäufe im Handel beginnen, vor ungewohnten Herausforderungen stehen: Kann Cupertino eigentlich Krisenkommunikation?

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