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Kai Diekmann „sorgt“ sich um den taz-Penis

Die defizitäre linksalternative Zeitung taz will umziehen – und zwar in einen Neubau in der Friedrichstraße. Bei Bild-Chefredakteur Kai Diekmann schrillen angesichts des Vorhabens die Alarmglocken: "Und was wird aus meinem Denkmal"? fragt sich der 49-Jährige via Twitter. Tatsächlich hat der Bild-Chefredakteur einiges zu verlieren: Seit 2009 ziert ein ganz besonderes Kunstwerk das taz-Gebäude an der Rudi-Dutschke-Straße 23 – ein 16 Meter großer Penis, dessen Träger an den Bild-Chef erinnert...

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Fällt ein Stück deutsche Mediengeschichte den Neubau-Plänen der taz zum Opfer? Die 35 Jahre alte deutsche Tageszeitung überraschte sich bei Versammlung der taz-GenossInnen am Samstag selbst: "Die Zeitung überlegt, ein neues Haus zu bauen", berichtet die taz "In eigener Sache". "Es gibt die Idee, sich 450 Meter weiter anzusiedeln", wird Verlagsgeschäftsführer Karl-Heinz Ruch zitiert. 

Das würde einen Umzug von der Rudi-Dutschke-Straße in die Friedrichstraße bedeuten, in der die taz ein Grundstück erworben hat. "Irgendwo zwischen 17 und 20 Millionen Euro" würde der Neubau kosten, erklärte Verlagsgeschäftsführer Karl-Heinz Ruch, der das Vorhaben "ein Projekt für die nächsten 20 Jahre" nennt.

Diekmann erregt: "Und was wird dann aus meinem Denkmal????"

Ob der Neubau angesichts von Verlusten in Höhe von 617.000 Euro im Geschäftsjahr 2012 aktuell sinnvoll ist, wird selbst in der Verlagsgenossenschaft diskutiert. Bild-Chefredakteur Kai Diekmann hält sich mit solchen Rechenexempeln indes gar nicht auf. Den Bild-Chefredakteur treibt etwas ganz anderes um: "Neubau bei der @tazgezwitscher? Und was wird dann aus meinem Denkmal????", twitterte Diekmann gestern Abend, um dann gleich das fällige Foto mitzuliefern.

Sein Denkmal? Das ist bekanntermaßen inzwischen nicht weniger als ein Stück deutsche Mediengeschichte – ein und zwar ein ziemlich großes! Seit November 2009 prangt am Berliner taz-Gebäude ein ganz besonderes Kunstwerk: ein 16 Meter großer Penis. Das Kunstwerk von Peter Lenk zeigt eine Gestalt, die auffällige Ähnlichkeiten mit dem Bild-Chefredakteur aufzeigt. Die nackte Figur steht mit gespreizten Beinen auf Höhe des Erdgeschosses, ihr primäres Geschlechtsteil wächst bis in 16 Meter in die Höhe. Das Relief ist von "Bild"-Büros direkt zu sehen.

Diekmann-taz-Rechtsstreit geht über ein Jahrzehnt zurück

Vorausgegangen war ein jahrelanger Rechtstreit zwischen Diekmann und der taz, nachdem die linksalternative Zeitung im Mai 2002 auf der Satire-Seite "die wahrheit" behauptet hatte, Diekmann habe sich einer Penisvergrößerung unterziehen wollen.

Laut "taz"-Blog sollte "Bild"-Chef Diekmann seinerzeit daran erinnert werden, dass er nicht das "Urheberrecht für seine Penisvergrößerung" besitzt und demnach auch nicht sein Blog damit schmücken dürfe. Diekmann nahm die Sache seinerzeit wie heute mit Humor.

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"Der Penis muss überleben"

"… damit wir alle wissen, was jetzt auf dem Spiel steht!", legte der Bild-Chefredakteur gestern via Twitter nach. "Wahnsinn! Schlimmer als Palast der Republik…." und fügte ein Foto via Google anbei.

Die Reaktionen auf die die Umbau-Pläne der taz ließen dann auf Twitter auch nicht lange auf sich warten: "Rettet den Penis", retweetete ein Nutzer Diekmann. Ein anderer Twitterer war der gleichen Meinung: "Der Penis muss überleben".

16-Meter-Penis hätte die taz sanieren können

Dass sich die taz mit dem Abriss des 16-Meter-Penis am Ende wohl keinen Gefallen tun würde, machen sogar redaktionsinterne Überlegungen deutlich. "Hätte die taz von jedem und jeder, der als Tourist nach Berlin kommt und partout dieses Werk bestaunen, ja, fotografieren will, nur einen Euro genommen – ein Kunstobjektbestauneintrittsgeld quasi -, würde die taz nie mehr, und sei es theoretisch, über Finanzprobleme klagen müssen", wurde erst vergangenen Monat im Hausblog sinniert.

Dass es einmal so weit kommen würde: Eine Existenzsicherung durch einen an Kai Diekmann erinnernden Penis-Träger – verständlich, dass es da manchem Genossen, nach Luftveränderung dünkt. Indes: Vier Jahre könnte die Dauererektion noch das Verlagsgebäude zieren – der Neubau wäre ohnehin erst für 2017 anvisiert…

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