Anzeige

Bauers Bravo will sich neu erfinden

In eine “neue Ära” will die traditionsreiche Jugendzeitschrift Bravo aus dem Hause Bauer starten. Der “größte Relaunch der Markengeschichte” wird angekündigt. Die Maßnahmen haben ihren Grund in dem dramatischen Auflagenverfall der Bravo in den vergangenen Jahren. Im vergangenen Quartal ging es erneut um 27% runter - auf nur noch 224.722 verkaufte Exemplare. Zu ihrer Blütezeit Ende der 70er verkaufte die Bravo mal über 1,8 Mio. Hefte.

Anzeige
Anzeige

Noch 1996 lag die verkaufte Auflage der “Teenie-Bibel” bei rund 1,4 Mio. Exemplaren. Dann begann der Siegeszug des Internets und die Auflage begann zu bröckeln. Das Konzept einer gedruckten Jugendzeitschrift – so scheint es – ist in die Jahre gekommen. Dem Abwärtstrend wollen sich Chefredakteurin Nadine Nordmann und Marc de Laporte, Geschäftsführer der Bauer München Redaktions GmbH, nun mit einem massiven Relaunch entgegenstemmen.

Ab Heft 39, das am 18. September erscheint, präsentiert sich die Bravo mit neuen Inhalten und in neuem Look. “Bravo ist deutlich moderner geworden und hat sich dem veränderten Informationsbedürfnis der Jugendlichen angepasst. In der digitalen Welt wächst der Druck auf die Teenager, in puncto Stars, Mode und Lifestyle immer up-to-date zu sein. Die neue Bravo macht mehr Spaß als jemals zuvor und informiert auf unterhaltsame Art”, meint Chefredakteurin Nadine Nordmann, ohne dabei freilich allzuviel zu sagen.

Die Bravo will einen “frischen, jungen People-Journalismus” bieten und eher noch mehr Stars als bisher ins Heft packen. Dazu sagt Geschäftsführer Marc de Laporte den interessanten Satz: “Da eine klassische positive Starberichterstattung im Jugendmarkt nur noch bedingt funktioniert, haben wir die Tonalität der Bravo geändert.” Soll wohl heißen: Die Bravo wird frecher werden. Und die Bravo wird sich vermutlich das sehr erfolgreiche, älter positionierte People-Magazin Closer, das ebenfalls bei Bauer erscheint, zum Vorbild nehmen.

Anzeige

Closer feiert mit betont aggressiver Star-Berichterstattung große Auflagen-Erfolge. In der gleichen IVW-Meldung, in der die Bravo 27% verlor, legte Closer um 80,3% auf 202.473 verkaufte Hefte zu. Mit Ausgabe 35 gelang Closer mit rund 280.000 verkauften Heften jüngst ein neuer All-Time-Bestwert.

Neben Klatsch und Tratsch steht Bravo aber auch für Orientierung in der schwierigen Phase der Pubertät. Die Aufklärungs-Rubrik “Dr. Sommer” gehört zum Bravo-Markenkern und es wird sie weiter geben. Auch die beliebte “Foto Love Story” – beides freilich in einem “neuen Look”.

Ganz neu sind dagegen Rubriken wie „Hot or Not“ (Trends der Woche), die interaktive Rubrik „Community/Style-Battle“ sowie die Doppelseite „Web & App“. Das Internet lässt grüßen. QR-Codes sollen das Heft zusätzlich mit der Digital-Welt verbinden. Bekannt gemacht wird der Relaunch mit Anzeigen, TV- und Kinospots sowie Online-Werbung. Leseproben und Couponing-Aktionen gehören ebenfalls zum Marketing-Konzept. Brutto nimmt man bei Bauer für die Marketing-Kampagne einen siebenstelligen Betrag in die Hand. Bei Bauer haben sie den Glauben an die „Teenie Bibel“ noch nicht verloren.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*