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ARD und ZDF beerdigen Germany`s Gold

Die Online-Plattform Germany's Gold war eines der ehrgeizigsten gemeinsamen Projekte von ARD und ZDF. Jetzt geben die Partner allerdings bekannt, dass sie das Konzept beerdigen. Schuld daran soll das Kartellamt sein. Die Wettbewerbshüter prüfen bereits seit November 2011 und hatten bereits im Frühjahr mitgeteilt, dass sie gegen das Konzept „in seiner ursprünglich geplanten Form“ seien. Laut Germany`s Gold hätten die vom Kartellamt geforderten Rahmenbedingen allerdings keine „positive wirtschaftliche Prognose“.

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Selbsterklärtes Ziel von Germany’s Gold war es, den Nutzern im Internet „qualitativ hochwertige Bewegtbildinhalte“ anzubieten. Dafür wollten die öffentlich-rechtlichen Anstalten auf einer gemeinsamen Plattform die Inhalte unzähliger Produzenten-Partner zugänglich machen. Mit an Bord waren Branchengrößen wie die Bavaria Fernsehproduktion GmbH, Beta Film GmbH, Brainpool Artist & Content Services GmbH, MME Moviement AG.

Die im April 2012 gegründete Online-Plattform weckte bei den Kartellwächtern schon früh Bedenken, weil ARD und ZDF als Unternehmer und Wettbewerber auftreten würde. „Nach den bisherigen Vorstellungen der Sendeanstalten würde die gemeinsame Online-Plattform es aber mit sich bringen, dass insbesondere die Preise und die Auswahl der Videos miteinander koordiniert würden", erklärte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, bereits im Frühjahr.

Nach Meinung von Mundt lägen die kartellrechtlichen Probleme auf der Hand. Darüber hinaus seien Mediathek und die Produktion der Inhalte gebührenfinanziert und verursachen bereits deshalb eine erhebliche Wettbewerbsverfälschung auf dem Markt für Video-On-Demand. “Noch weitergehende Wettbewerbsbeschränkungen durch kommerzielle Töchter der Rundfunkanstalten können nicht hingenommen werden”, so Mundt weiter. “Die generelle Frage nach der Rechtfertigung eines Entgeltes für die Nutzung von Inhalten, die über Gebühren bereits finanziert wurden, ist keine kartellrechtliche Frage.”

In ihrer Stellungnahme schreiben die Projekt-Partner nun, dass in Zeiten veränderter Mediennutzung Zuschauerbedürfnisse und Angebotsfragmentierung ein solches „Portal wichtig gewesen“ wäre, „das den Nutzern Gedächtnis des deutschen Films und Fernsehens hätte sein können und diesen hochwertige Inhalte aus allen Genres auch jenseits der klassischen TV-Ausstrahlung jederzeit zugänglich gemacht hätte."

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